Wege gehen - Ziele erreichen

Wege gehen - Ziele erreichen
Das Notebook vor Augen

Saturday, May 24, 2008

Wahrscheinlich ist es das: Du weißt nicht, wann du wieder ans Mikro kommst und versuchst alles rein zu packen, überfrachtest den Moment dadurch und findest keine Worte. Es ist grad wie der Moment beim Telefonieren, in dem der Andere auflegen will.

Rotlicht

Wenn jetzt das Mikrophon offen wäre, was würde ich sagen? Gestern war Jeff Smart im Studio. Jeff Smart heißt eigentlich Conny Papadopulus. Ich wollte transparent und straight sein. Eben fair. Plötzlich war jeder, der schwieg, ein potentieller Hörer. Seriös und fair ... Sobald ich frei gesprochen hab, lief ihm der Schweiß. Es war die Hölle. Hab nicht vorhersehen können, wie es ihm geht und bin offensichtlich zu tief in ihn eingedrungen. Tiefer, als er erwartet hatte. Kein bißchen fair. Wo beginnt Stalking? Ich hatte das Gefühl, ihn vor mir her zu treiben, statt ihn zu begleiten. Es war furchtbar. Nur ins Mikro zu sprechen, ohne den einzelnen Hörer zu sehen, war schlimm. Inzwischen hatten die Eltern längst abgeschaltet: Julia hatte wegen Mia angerufen, das war wichtiger als meine Sendung. Ich träume davon, Nähe zu spüren, und verirre mich ans Mikrofon. Verrückt. Druck auszuüben und trotzdem Nähe zu erhalten verbinde ich immer noch mit der Schweigepflicht und nicht mit einem für Dritte offenen Mikro. "Der Westen als Kontrapunkt zur Familie" war die These mit der ich ihn konfrontiert hatte. Am Donnerstag war ich bei Axel Klein: Er würde sich an meiner Stelle operieren lassen, scheint es. Alles war so beziehungslos. Fast wie auf Arbeit in der Uniklinik. Der Tag vollgepackt mit Entscheidungen, sachlich und distanziert. Emotionslos und kühl. Hab vorhin über Orgasmusphase gelesen, darüber wie sie andere erleben und beschreiben. Es sei der höchste Genuss, zu dem ein Mensch fähig sei und würde von allen gleich erlebt, hat da einer behauptet. Ich war verblüfft. Nicht dass ich Vetter Pons eher verstehe, bei dem Lust und Essen eins war, aber dieses Sich-Verkrampfen als Genuss zu deuten, fällt mir schwer. Im Gegenteil: Das ist der Moment, in dem ich mich regelmäßig zurückziehen will. Schweißperlen. Was ist genussvolle Nähe? Für mich ist der Westen der Kontrapunkt zur Familie, für Conny scheinbar nicht.

Rente

hab aus dem Archiv einen Sprechertext vorgelesen. Es ging um Angst. Als der Text auf Sendung ging, behauptete Andree, ich hätte interviewt und sei Arzt. Mir war schlecht: Hab meine Rente wegschwimmen sehen.

Friday, May 23, 2008

Bedrückt

Ich wirke bedrückt, sagt Reimund - übergewichtig und verschuldet. Ich träume von XXX XXXXX, sobald ich wach bin. Letzte Nacht hab ich von der Wohnung neben Haus Hohen Eichen geträumt. Nina war klein und turnte am Fenster. Der neue Besitzer strich die Wände statt zitronengelb mit marineblauen Streifen in Sonnenuntergangsfarben, melancholisch. Nachher kommt Bernd. XXX XXXXX sendet heute Mittag. Es ist das erste Mal diese Woche, dass ich ihn hören kann. Wenn Sehnsucht verbindet, müsste er mich lieben. Hab Gänsehaut. Heute Abend ist meine erste Sendung. Nächste Woche wird das Studio umgebaut. Ich hab angeboten, dass ich das Praktikum unterbreche. Andree sagt, dass das nicht nötig ist und dass ich abends arbeiten kann, wenn das Studio leer ist. Peroxide hat mir eine Seite zum Slack-Material gemailt.

Wednesday, May 21, 2008

Nähe

eigentlich ist sie nett. aber dass sie ihre brüste grad in augenhöhe vor dem chefsekretariat in überlebensgröße präsentieren musste, fand ich divenmäßig.

Monday, May 19, 2008

Wegen Fabrikkauf.com mache ich einen Screenshot von der Anmeldeseite und kündige die Mitgliedschaft. Es gibt inzwischen jede Menge Urteile zu Seiten, die die Kostenpflicht der Mitgliedschaft nur unklar und nicht eindeutig anzeigen. Versteckt im Klein bzw. Kleinstgedruckten gilt nicht. Es muß vor der Anmeldung ganz klar sein, das es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.
Reimund

Sunday, May 18, 2008

Mein neues Lieblingslied. Gestern ging DSDS zu Ende.

Saturday, May 17, 2008

Ich komme grad von einem Philia-Konzert. Es war extrem laut. So laut, dass ich Angst um Tim hatte, der neben mir stand. Ich konnte ihn aber nicht zwingen zu gehen. Ich höre mir Franz lieber auf CD an, da kann ich die Lautstärke runterregeln. Tim hatte seinen Freund Flo dabei. Die beiden wollen auch eine Band gründen. Hab Franz angeboten, dass ich seine CD Jan Garcia schicke, damit der sie in seiner Sonntagssendung vorstellt. Verdammt, es war so laut, dass ich keine Melodie ausmachen konnte. Außerdem waren lauter komische schwarze Vögel in Latex und Spitze da, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Radio ist überschaubarer als so ein Konzert.

Hab mein kaputtes Plexiglas-IKEA-Besteck entsorgt und durch Justinius-Besteck ersetzt.
Hab alle Schulen in der Umgebung angeschrieben, ob ich dort Volleyball spielen kann, aber noch nicht von allen Antworten bekommen. Bin gespannt, was das Sportamt zu Slackplaces in Dresden antwortet. Der Striesener Streetworker hat an den Herman-Seidel-Park gedacht. Ich hab Lust, mir eine Slackline zu kaufen. Morgen borge ich mir Tims Einrad und bringe ihm im Gegenzug ein Buch zum vegetarischen Grillen im Garten mit, da ich in der Backröhre sowieso nicht alleine grille. Der Striesener Streetworker hat mir mehrere Proberäume in Striesen genannt. Ich bin gespannt, ob es irgendwo klappt: "Einen Proberaum gibt es im selbstverwalteten Jugendtreff A19 (Augsburger Str. 30)", das ist auf dem Gelände, wo sich auch das Büro der Straßensozialarbeiter befindet. "Sonst Können Bands wohl noch im Jugendhaus East End (Löwenhainer Straße 33) oder in der Schieferburg (Liebstädter Str. 29) proben. Inwiefern dort Proberäume vorhanden sind, kann ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt auch noch einen Jugendtreff vom CVJM (Schandauer Straße 60)", sagt Sascha Rusch, der Striesener Streetworker. Thomas Rosch ist heute gar nicht zu hören. Gestern hat er extra angekündigt, dass er als eingefleischter Bayern-Fan von München aus senden will. Oliver Kahn hat ja heute sein letztes Spiel. Rosch, Rusch, Slackplaces, Proberäume ... Nix Rosch - der scheint dort nur als Zuschauer zu sein, tja. OK, nach Spielende ruft Daniel Simarro Thomas Rosch an: Der saß in der fünften Reihe im Konfetti-Regen und bestaunte die Bayern aus der Nähe.
Hab die Zusage für mein erstes Interview: Jeff Smart alias Wolf Papadopulus. Als ich ihm gesagt hab, dass wir eine Stunde senden können, hat er sofort nach dem Konzept gefragt. "Sonst entstehen peinliche Pausen", sagt er. 45 Minuten Musik im Stück stellt er zusammen und drei Fünf-Minuten-Portionen. Am Mittwoch sprechen wir alles durch und haben schon das Aufnahmegerät dabei. Big Brother, grins. Ich weiß noch überhaupt nichts von ihm, nur das, was er auf MySpace hinterlegt hat. http://www.myspace.com/jeffsmart - hab also viel Raum für Neugier. Vielleicht höre ich bis dahin nochmal bei Christian Thees rein, um Strukturen zu erkennen. Aber die Kombination von Live und Aufzeichnung müsste sicher genug sein. In Wolfs Biografie möchte ich stöbern und in seinen Visionen. Wenn ich dann noch frage, was ihn an Dresden fasziniert und was ihn stört, wo er sich besonders wohl fühlt und wer seine engsten Partner in der Stadt sind, habe ich wahrscheinlich mehr als genug Struktur und muss aufpassen, dass es nicht zu starr wird. Das wird ein Sprung: Von der aufgezeichneten Straßenumfrage für die Sächsische Zeitung zur Live-Übertragung aus DEM Studio. Ich freue mich. Wahrscheinlich werde ich Wolf auch noch fragen, was ihn an dem Computerspiel http://www.c64-wiki.de/images/6/6a/Clever&Smart_Animation1.gif fasziniert. Mal sehen, wie viel Zeit bleibt. Schade, dass auddite http://auddite.de/ noch keine Community hat. Dann hätte das Interview eine Aura. Bin gespannt, ob der Counter mehr als einen Hörer verzeichnet. Es ist alles so irrational: Der Aufstand vor Ort und die fehlende Rückkopplung. Da ist ohne Community nur wenig sofort zu spüren. Es muss ja nicht gleich ein Chat sein, obwohl der bei einem doppeltbesetzten Mikrofon bestimmt auch witzig wäre. http://dd-radio.com/ macht das so. Jedenfalls vor drei Monaten, als ich mal länger rein gehört hatte, war das so. Klaus erzählte, dass er bei einem Quiz keinen einzigen Anruf im Studio hatte. Immerhin war er sich sicher, dass ein Signal raus ging. Radio ist schon spannend.
Es ist das erste Mal, dass ich meine Stimme aufzeichne und sie im Vergleich mit anderen Stimmen erlebe. Da ich offensichtlich sehr leise spreche, muss ich näher ans Mikro. Am Mittwoch war ein Sprecherziehungskurs, der aber leider schon voll war. Bleiben die Regler zum Hochziehen beim Schnitt zum "Normalisieren" des Volumens. Ich hatte auch schon überlegt, ob ich in einem Chor beginne.

Friday, May 16, 2008

98 Prozent der Sachsen lassen sich feuerbestatten, habe ich auf der PIETA 2008 erfahren. Mit dem Wegfall des Sterbegeldes haben die Ordnungsamt- und Sozial-Bestattungen zugenommen. Seit 2003 gibt es den Facharbeiter im Bestattungswesen. Und die Friedhofsruhe ist nach wie vor bindend: Es gibt also nur wenige Wege zur Diamant-Bestattung, die bis jetzt noch sehr kostenintensiv ist und nur einen Teil der Asche betrifft. Es sei wichtig, Trauer zu verorten - der Tote müsse frei zugänglich sein, argumentieren die städtischen Bestatter in Dresden, einer Stadt, in der Stadtgrün und Abfallwirtschaft gemeinsam verwaltet werden. Bei Umgehung der Friedhofsruhe befürchten die Bestatter eine Umwandlung der Friedhöfe in Parks, da sie dann nicht mehr traditionell genutzt werden - Raum für Slackplaces.
Stress

Schlafphasenwecker
2003 habe ich manchmal auf Michael Spleths Stimmfärbung im Satellitenradio geachtet, wenn ich mich nicht ins Internet einwählen konnte - als ob wir Blickkontakt hätten - obwohl mir klar war, dass zwischen dem, was er gesagt hat, und dem, was ich gehört habe, 12 Sekunden lagen. Es war ganz unmittelbar. Wie Kino. Weihnachten 2003 habe ich dann die Bohemian Rhapsody gehört, als er auf Sendung war. "Reality" & "Fantasy" gingen da bei mir nahtlos ineinander über. Er hatte die Rhapsody ein zweites Mal innerhalb weniger Tage aufgelegt.

Hab mich dann bis ins auDDite Hörfunkstudio "vorgearbeitet", um zu ahnen, wie es ist, auf der anderen Seite zu sein. Es ist schon verrückt, wie sich alles verschiebt, sobald ich ein Mikrofon in der Hand halte, obwohl ich keine Ahnung habe, wer zuhört. Jede Bemerkung bekommt dann so eine Schwere. Hab zuerst "fertigen Text" abgelesen, um mich an das Mikro zu gewöhnen, und meine Stimme aufgezeichnet. Das nächste Heureka kam dann beim Bearbeiten der Datei mit Samplitude. Eine Steigerung war dann die Aufzeichnung einer Pressekonferenz. Bis zum Vieraugengespräch mit Mikro habe ich mich bis jetzt noch nicht vorgewagt. Das wird am kommenden Freitag. Hab eine Band ins Studio eingeladen: Jeff Smart. Der Übergang vom Lektorat in einem winzigen Verlag zum Live-Senden im Hörfunk ist ein gewaltiger Sprung für mich.

Thursday, May 15, 2008

Apropos "Was geschah": Hab gerade eine Zahlungsaufforderung für die Bereitstellung eines Zugangs bekommen, obwohl ich ihn nicht genutzt habe. Als ich davon zurücktreten wollte, weil ich bei der Bestätigung in dem Spam nicht gesehen hatte, dass die Bereitstellung Kosten verursacht, behauptete der am anderen Ende, die Kosten seien auf der Seite deutlich suchtbar positioniert. "Für die Teilnahme an fabrikverkauf.com gilt der bei der Bestellung angegebene Preis von 59,95 €."

Wednesday, May 14, 2008

Samplitude

Das Programm ist störrisch und setzt unangenehm viel Basiswissen voraus. Es erklärt sich kaum selbst und reagiert streckenweise nur auf Tastaturbefehle statt auf die Maus. Bin müde.

Eva 2008

Eva Jähnigen führt auf den Dresden-Fernsehen-Seiten das OB-Rennen.
Bin doch nicht in den Sprecherziehungskurs gekommen. Er war schon voll. Morgen abend bin ich im Schillergarten. Dort zeichnen wir bis 24 Uhr Dixiland auf und schneiden danach bis 4 Uhr. Ich hab zwei Freikarten für die Bestattungsmesse zur Pressekonferenz bekommen. Sie hat an drei Tagen geöffnet. Vielleicht lasse ich mir das Aufnahmegerät am Sonntag geben und gehe zu den Ständen. Es ist eine Fachmesse ohne Publikumsverkehr. Das letzte Mal sei kaum Publikum gekommen. Es ist die einzige Bestattungsmesse deutschlandweit. Die Diamant- und die Naturbestattung interessieren mich. Die meisten städtischen Bestattungen erfolgen per Feuerbestattung, nur 1,6 Prozent sind Erdbeisetzungen. Immer mehr wählen die anonyme Bestattung auf der Wiese, bei der bis zu zwanzig Urnen auf einem Wiesenstück vergraben werden, die einzelne Urne aber nicht exhuminiert werden kann.