Wege gehen - Ziele erreichen

Wege gehen - Ziele erreichen
Das Notebook vor Augen

Saturday, May 31, 2008

Gestern war Schultreffen. Viele Ärzte waren dabei. Ich hatte das erste Mal das Gefühl, alt zu sein, als ich die Anderen sah. Ich bin tatsächlich im besten Oma-Alter. Steffie ist inzwischen sechsfache Mutter - das Jüngste ist vier. Betina betreut Studienabbrecher psychologisch, Caroline Richter ist eine ganzheitliche Zahnärztin in Leipzig geworden. Christine Geißler wohnt in Wiesbaden und arbeitet als Informatiker in der Frauenklinik. Aus meiner Klasse war keiner da.

Friday, May 30, 2008

Weltreise
alles fließt. bist mir nah. ohne eile. jeder gedanke hat zeit, egal wie nah er dir geht. er fließt vorbei wie alles vorher. ich bin müde. verdammt ich hab einen alten mann anstelle seines kindes befragt und der hat doziert wie ein alter mann. wenn alle bremer so sind wie er, habe ich inzwischen einen plan weniger. und bei allem ist diese angst, zu langsam zu reagieren, sobald sich die jobs häufen. eine reise durch meine kleine welt. mich friert. ich trau mir nicht mal mehr zu, ein auto unfallfrei zu steuern, so knülle bin ich nach dieser nacht. ich hätte gern eine redaktion mit einem permanent erreichbaren chefredakteur, transparente software und ein vollständiges adressverzeichnis. so schön es ist, dass jeder seine ganz persönlichen schrullen hat, so einsam ist mir jetzt. warum ist da keiner, der mich einfach nur auffängt, hält und wieder los lässt, sobald mir danach ist, wie eine gute software? ich will gefallen. wahrscheinlich ist es das, was so unheimlich anstrengt: seit tagen will ich gefallen und bin wie ausgebrannt. nicht mal mehr die schizophrenie trägt. jetzt verstummt der sender. radio bremen 1 hatte ich eingeschaltet.

Bremen 1

Ich komme im Moment lediglich über http://bremeneins.radio.de/ in den Livestream. Weder http://www.radiobremen.de/bremeneins/, noch http://web.ard.de/radio/radionet/ greifen.

Zweieinhalb Minuten Landleben brauche ich - über Borthen oder Kaditz.
Gea
Wenn er den Mund öffnete, stank er nach Erde. Du konntest der Leber beim Zerfall zuschauen. Er krümmte sich vor Schmerz und kotzte Blut. Er hatte es tatsächlich geschafft: Innerhalb kürzester Zeit hatte er seinen Körper ruiniert und sah sich beim Sterben zu. Ich hab nie wieder einen so zerstörerischen Menschen erlebt. Kein Schnaps war vor ihm sicher. Wenn er nicht soff, rauchte er oder trank irgendwelchen Schlamm, den er Kaffee nannte. Das Einzige, was ihn zu erwarten schien, war der Tod, sein liebster Gegenüber. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt und bezog die Betten blutrot, damit die Flecken weniger auffielen. Erstaunlicherweise machte ihn das wütend. So tot war er also doch nicht. Hab ihm, um ihn zu ärgern keine Schüssel zum Kotzen gegeben, so dass sich das Schaffell blutig einfärbte. Das war es dann. Es ist schon komisch, dass ausgerechnet ein blutiges Schaffell schaffte, was mir nicht gelang: Er ging in den Entzug. Ich bin ihm aus dem Weg gegangen, auf der Suche nach dem, was tatsächlich mich zu meinen schien - meinem Fernweh.

Man muss nicht mit jedem reden

Gestern in der Bahn stieg ein dickes Mädchen ein, das fortwährend mit dem Unsichtbaren sprach. Radio konnte nicht unterhaltsamer sein. Da ich mich allerdings beim Beobachten beobachtet fühlte, behielt ich die Kopfhörer auf: Figaro. Egal. Als ich wenig später in ihre Augen sah, war ihr Blick merkwürdig entrückt. Der Unsichtbare hatte sie ganz. Einsam war das. Dabei war ich fast Quote. Ich hatte das Gefühl, alle hörten weg. Was wolltest du auch sonst machen? Vielleicht ist sie ja auch irgendwo angekommen in Trance. Bin schon wieder in Gedanken beim Dorle und beim Finnen mit der Kofferbombe. Kurz danach spukte mir XXXXXs Mail durch den Kopf, und nichts ging mehr. Mich hatte es noch nie so geschmissen wie nach dieser Mail. Es war, als ob mein Schädel explodierte. Jeder Schmerz war lächerlich dagegen. Ich hatte das Gefühl, ins Nichts zu fallen. Grad war er mir scheinbar noch so nah. Scheinbar. Aber wo beginnt Nähe, wo Himmel, wo Vergöttern? Wo beginnt Bühne? Hab Gänsehaut. Ich sehne mich nach seiner Bühne. Wahrscheinlich ist es das, dieses Verstummen, sobald ich ihn ahne. Dieses hastige Schreiben. Ich will sehen, was er sieht, spreche eher über als mit ihm, als ob ich Jahre nachzuholen hätte. Und dann immer wieder die Illusion, dass er liest, was ich schreibe. Es ist genauso wie das Gespräch der Dicken mit dem Unsichtbaren in der Bahn. Mitten in der Nacht. Aber vielleicht ist ja jedes Liebeslied nichts weiter als ein Schrei nach dem Unsichtbaren. Was ist ein guter Traum, nah genug, um Halt zu geben? Ein Volontariat im Medienkulturzentrum wäre gut, in einer gut funktionierenden Redaktion, mit Webradio, XXXXX im Ohr. Verdammte Sehnsucht nach irgendetwas Konstantem. Wahrscheinlich muss es weit weg sein, um konstant zu erscheinen. Hab lange nicht mehr im Blog bei Wind und Regen gelesen. Es ist so traurig dort.
Chefredakteur
Ich hab tatsächlich mal so einen Job angeboten bekommen. Nichts Großartiges. Nur für den Berufsverband Deutscher Psychiater. Und das mit meiner ICD-Nummer. Das wäre witzig geworden.

Sex
Mein erster Psychiater trug aufregend enge Hosen. Als ich ihn frisch kaserniert gebeten hatte, auf weitere Modelle auszuweichen, reagierte er genauso unwillig wie der Zivi mit den Blockstreifen-Boxershorts: Sobald man nicht zwangseingewiesen ist, kann man sich nicht vorstellen, dass jeder noch so simpel gestrickte Gockel zum Mekka der Emotionen wird. Es war zum Ersticken.

Psychiater
wollte ich mal werden - im vierten Studienjahr. Die Patientenvorstellungen waren so einprägsam. Ich weiß jetzt noch Gesichter und Worte, nach zwanzig Jahren. Wie verschlissen das Psychiater aussah, fiel mir kaum auf. Bunt wie Hollywood war diese kleine Welt von draußen gesehn.

Thursday, May 29, 2008

Karsten Kretzer ist bereit, dem Medienkulturzentrum die Domain zu überlassen.
Brain Machine Interface

Wednesday, May 28, 2008

Am Sonntag ist Plattleitenlauf.
Schnüffeln ist lebensgefährlich.

Tuesday, May 27, 2008

Sendername

Neon 425 sendet ab Juli wahrscheinlich nicht mehr auf 104,25 im Dresdner Kabelnetz. Werner Jokubeit schlug für den Internetsender Neon 2.0 vor. Auf die Rückfrage, ob "Neon" geschützt sei oder ob ein Sendername auch ohne die Ziffernfolge möglich sei, nannte er unter anderem das NEON Magazin vom Stern und schlug ein anderes Edelgas wie Xenon vor. Xenon heißt das Fremde, habe ich daraufhin eingeräumt. Internetadressen, die im Gegensatz zu www.neon.de noch frei sind, sind zum Beispiel

www.ich.de
www.windfisch.de
www.striesen.de
www.rund.de
www.gmitsch.de (Geräusch"wort")
www.unerhoert.de

Hab Tim gestern wegen einem Sendernamen angesprochen, aber er wollte in Ruhe gelassen werden. Mal sehen, was die anderen zur Party am Donnerstag sagen.

Bleibt Radio Neon. Karsten Kretzer scheint da der Ansprechpartner zu sein. Enrico hat sich bei MySpace ausgetobt. Analytisches Denken, Ausgeglichenheit und Spaß an eigenverantwortlichem Arbeiten müssten mich auszeichnen, das wäre toll.

Geschlechtspartnervergabestelle

»Du hast eine erotische Stimme«, sagte er. »Das ist ein Vorteil.« Hab noch nie so nett meine Wortfindungsstörung umschrieben bekommen. Kurz vorher war er ins Schwitzen gekommen, als ich ihm zur Rolle der Familie im Westen befragt hatte. Andree hatte gerade mit seinem einschlägigen Wissen über die Insel Lesbos aufgetrumpft. Mir ging die Geschichte der Frau durch den Kopf, deren Ex-Geliebter sich vor ihr retten wollte, indem er sie auf die Insel verbannte, woraus dann die Story vom freiwilligen Beisammensein alleinstehender Frauen wurde. Eine erotische Stimme ... Naja, es gibt Schlimmeres. Die Gedankenleere beim Aufblinken des Rotlichtes zum Beispiel: Grad hast du dir noch eine ganze Gedankenkette zurechtgelegt, und schon fällst du wieder in Trance, den Leuchtturm vor Augen.
So wie du deine Gefühle ordnest, orientiere ich mich auch immer wieder neu. Ich sehe das als einen normalen Prozess an. Bei mir kommt das ständige Abgrenzen von Phantasie und Wirklichkeit hinzu, was um so komplexer wird, je mehr sich gleichzeitig verändert. Und das war durch das Senden auf auDDite für mich eine ganze Menge. Gestern habe ich mit Tim zusammen Fernsehen gesehen, während er online war. Wir saßen nebeneinander, er hatte Kopfhörer, und wir hatten kaum gesprochen. Ich bin jetzt noch knülle: Das war scheinbar Schwerstarbeit. Trotz Kopfhörer, Schweigen und Online-Input war er mir so nah wie lange nicht. Wahrscheinlich hätte ein Gespräch die Distanz wieder spüren lassen. Vorgestern hatte er ein Lames-Wahlplakat dabei. Ich mag Lames nicht: Er hat bei der Talkrunde am Samstag zur OB-Wahl kaum eigene Visionen artikuliert. Gestern hatte ich außerdem Kontakt zu Sascha Zeus (SWR3) aufgenommen, um ihn zu begreifen. Ihn zu hören, ohne ihn zu sehen, ist eben doch nicht missverständnisarm. Er hatte von seinen orangen Schuhen gesprochen, aber chinesisches Fastfood gemeint, das er während der Sendung gekostet hat. Fotos dazu sind auf der SWR3-Webseite zu sehen. Trotzdem habe ich Ewigkeiten gebraucht, um den Gag als solchen zu verstehen. Das orangebraune Fastfood ist offensichtlich ledrig zäh. Conny Papadopulus alias Jeff Smart sagt, ich soll mich nicht so unter Druck setzen und entspannter sein. Für das nächste Band-Interview habe ich inzwischen eine Vorab-Zusage. Heute kommt Bernd schon wieder. Ich weiß nicht, warum er so oft kommt. Er erzählt viel von sich. Ob ich ihm so einsam erscheine oder was ihn sonst dazu bringt, eine dreiviertel Stunde in der Bahn zuzubringen, um zu mir zu kommen, ist mir schleierhaft. Jamie Oliver wird heute 33. Nach den drei Sendungen, die ich mit ihm gesehen habe, ist er mir näher als Bernd, der genauso lange auf mich eingeredet hat. Aber Nähe ist sowieso relativ. Das habe ich gemerkt, als ich mit XXX XXXXX telefoniert hatte. Plötzlich war er weit weg, viel weiter, als wenn ich ihn im Radio hörte. Nähe ist eben relativ und etwas sehr Zerbrechliches. Phantasie spielt da eine große Rolle. Oft ist es nur meine Phantasie, in der mir der Andere nah ist. Oder anders gesprochen: Die Nähe ist einseitig, ein Ausdeuten des Schweigens. Morgen wollen wir Tims Schlagzeug zu Franz in den Keller bringen, damit Tim endlich wieder ungestört proben kann.

Monday, May 26, 2008

Hilbert führt das OB-Voting bei Radio Dresden.

Kinderarmut

Mehr als jedes sechste Kind lebt in Deutschland in Armut. Alleinerziehende, Zuwanderer und HARTZ-IV-Empfänger machten den Hauptanteil der Eltern dieser Kinder aus. Ohne Kindergeld seien es noch 1.7 Millionen mehr. Nicht mehr dazu zu gehören und zu verarmen ist schlimm. Hätte ich das 1989 geahnt, hätte ich mich lauter gegen die "Wende" gewehrt. Aber durch Ninas Geburt war ich damals abgelenkt. Vor lauter Familie habe ich das "Große" aus den Augen verloren. Nur chronischer Schmerz interessierte mich damals. Eine epidemiologische Studie sollte es werden. Ich wollte ihn begreifen und die Stufentherapie hinterfragen. Auf meiner Ultraschall-Verordnung steht etwas von Verquellung im Ulnarisgebiet. Je stärker ich die Region aktiviere, um so mehr geht das pelzige Gefühl zurück. Ruhe scheint jedenfalls nicht der richtige Ansatzpunkt zu sein. Mal sehen, ob Tim auf Curry-Mais Appetit hat.

Sunday, May 25, 2008

Hab dich im Halbschlaf gehört und dabei von dir geträumt: Wir waren in Montecarlo auf der Rennstrecke in einem Berg - und das obwohl ich Autorennen hasse. In dem Tunnel mit Blick aufs Meer war ein Fahrstuhl der zu einem Restaurant führte. Michael Schumacher war dabei. Als ich aufwachte, war deine Sendung grad zu Ende und der SR1-Jingle lief in einer Endlosschleife.

Saturday, May 24, 2008

Mir geht nach dem ersten Mal On Air viel durch den Kopf, grad wie nach dem ersten Dreh bei Welt der Wunder. Dich das erste Mal danach zu hören war eigenartig. Ich war im Blaster, hab über München geschrieben, und eine Münchnerin meldete sich bei dir im Studio. Dieses IrgendwieHängtAllesMitAllemZusammen, das regelmäßig in ein DuSiehstMich mündete, ging mir wieder durch den Kopf. HörenOhneZuSehen schafft schon eine irrationale Nähe. Gestern war Bernd da. Danach simste er, ich würde ihn so wenig ansehen. Die SMS hatte ich gelesen, als Reimund angerufen hat. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich ihn so wenig angeschaut hatte: Du warst grad im Radio. Ich mag dich sehr. Vielleicht funktioniere ich ähnlich wie Tim, der Nähe aus seinen MP3-Dateien schöpft und Filme dreht, um sich zu artikulieren, seitdem er nicht mehr Schlagzeug üben kann. Reimund hat mich gestern im Radio gehört. Er ähnelt dir ein bißchen, zumindest auf dem Foto. Das Lachen jedenfalls. Michael Spleth schreibt, ich wäre ein Radio-Junkie. Der Bestattungsmessen-Beitrag war zu lang. Trotzdem hatte ich Angst, dass die Anderen nicht rechtzeitig vom Rauchen wieder ins Studio zurück kamen. Ich spüre mich kaum, bin wie im Stupor, taub. Die ganze Seele ist taub. Kontaktschwach. Ohne Energie. Vielleicht enttäuscht. Dieses MichGehaltenFühlen durch das DuSiehstMich der letzten fünf Jahre ist weg. Allmählich werden die Kontakte realer durch die SWR3LandCommunity.
Wahrscheinlich ist es das: Du weißt nicht, wann du wieder ans Mikro kommst und versuchst alles rein zu packen, überfrachtest den Moment dadurch und findest keine Worte. Es ist grad wie der Moment beim Telefonieren, in dem der Andere auflegen will.

Rotlicht

Wenn jetzt das Mikrophon offen wäre, was würde ich sagen? Gestern war Jeff Smart im Studio. Jeff Smart heißt eigentlich Conny Papadopulus. Ich wollte transparent und straight sein. Eben fair. Plötzlich war jeder, der schwieg, ein potentieller Hörer. Seriös und fair ... Sobald ich frei gesprochen hab, lief ihm der Schweiß. Es war die Hölle. Hab nicht vorhersehen können, wie es ihm geht und bin offensichtlich zu tief in ihn eingedrungen. Tiefer, als er erwartet hatte. Kein bißchen fair. Wo beginnt Stalking? Ich hatte das Gefühl, ihn vor mir her zu treiben, statt ihn zu begleiten. Es war furchtbar. Nur ins Mikro zu sprechen, ohne den einzelnen Hörer zu sehen, war schlimm. Inzwischen hatten die Eltern längst abgeschaltet: Julia hatte wegen Mia angerufen, das war wichtiger als meine Sendung. Ich träume davon, Nähe zu spüren, und verirre mich ans Mikrofon. Verrückt. Druck auszuüben und trotzdem Nähe zu erhalten verbinde ich immer noch mit der Schweigepflicht und nicht mit einem für Dritte offenen Mikro. "Der Westen als Kontrapunkt zur Familie" war die These mit der ich ihn konfrontiert hatte. Am Donnerstag war ich bei Axel Klein: Er würde sich an meiner Stelle operieren lassen, scheint es. Alles war so beziehungslos. Fast wie auf Arbeit in der Uniklinik. Der Tag vollgepackt mit Entscheidungen, sachlich und distanziert. Emotionslos und kühl. Hab vorhin über Orgasmusphase gelesen, darüber wie sie andere erleben und beschreiben. Es sei der höchste Genuss, zu dem ein Mensch fähig sei und würde von allen gleich erlebt, hat da einer behauptet. Ich war verblüfft. Nicht dass ich Vetter Pons eher verstehe, bei dem Lust und Essen eins war, aber dieses Sich-Verkrampfen als Genuss zu deuten, fällt mir schwer. Im Gegenteil: Das ist der Moment, in dem ich mich regelmäßig zurückziehen will. Schweißperlen. Was ist genussvolle Nähe? Für mich ist der Westen der Kontrapunkt zur Familie, für Conny scheinbar nicht.

Rente

hab aus dem Archiv einen Sprechertext vorgelesen. Es ging um Angst. Als der Text auf Sendung ging, behauptete Andree, ich hätte interviewt und sei Arzt. Mir war schlecht: Hab meine Rente wegschwimmen sehen.