Wege gehen - Ziele erreichen

Wege gehen - Ziele erreichen
Das Notebook vor Augen

Thursday, January 31, 2008

Förderplan

Hab angegeben, dass mein Ziel das Volontariat beim Deutschlandradio ist, dass ich als Wissenschaftsjournalist arbeiten will und Probetexte vorgelegt. Ich soll nach einem Praktikum als Archivar schauen, war das Feedback. Hab gekontert, dass damit der Erfolg der Anpassungsfortbildung infrage gestellt ist. Geld ist wichtig. Verdammt. Hauptsache das Berufsunfähigkeits-Gutachten nützt mir, dass ich nicht zwischenzeitlich in Hartz IV abrutsche, solange ich noch keinen Job habe. Der Kopf ist wie eine Zeitbombe. Wenn das Radio aus ist, wird es noch schlimmer. Das Telefonat mit den Eltern war schon die Hölle. Es ist, als ob mich alles elektrisiert. Ich bin total angespannt. Immerhin nicht so schlimm wie nach den Mails von XXX XXXXX. Aber der Tag war ähnlich konfrontativ. Ich bin reif für die Sauna.

Endlich bald kein Risperdal mehr

Ich bin knülle. Der Tag schlauchte. Ich habe der Schwester gesagt, dass ich die Depotspritze als Zwangstherapie einordne und dass ich mich an die Klinik wende, um mich über die fehlerhafte Behandlung mit Risperdal bei Schlaganfallsymptomen zu beschweren. Daraufhin reagierte Maria Forker erwartungsgemäß verschnupft und bat darum, meine Eltern zu sprechen. Ich könnte auf der Stelle umfallen und einschlafen, bin aber überwach und gereizt. Eben auf Entzug.

Wednesday, January 30, 2008

Gezielte Körperverletzung

Im Oktober habe ich Maria Forkert das erste Mal von meinen Bedenken gegenüber Risperdal erzählt. Damals sagte sie, wir würden uns zu wenig kennen, um das Präparat umzustellen. Inzwischen behauptet sie, Morgner würde mich länger kennen, und verändert nichts. Hab mir einen Termin beim Neurologen geben lassen und bin wütend auf sie.
Ich will mit Mario in die Lichtdruckwerkstatt.

Menschenrechtsverletzung

Seit 1997 werde ich mit kurzen Unterbrechungen gegen meinen Willen mit Psychopharmaka behandelt. Die Nebenwirkungen beeinträchtigen mich sehr. Mehrfach wäre ich unter der Medikation fast gestorben. In letzter Zeit kämpfe ich mit den Schlaganfallfolgen durch Zwangstherapie. So viel zur Einleitung für das Folgende. Zynismus ist selten eindeutig. Als ich das letzte Mal zum Spritzen in die Psychiatrie musste, hing dort ein Schild an der Tür: "Bitte nicht stören. Risperdal". Als ich auf einen Präparatewechsel und auf ein Ausschleichen des Präparates drängte, räumte die Psychiaterin ein, dass ihr die Spritze sicherer ist. Daraufhin habe ich mich an die Schlichtungsstelle der Sächsischen Ärztekammer und an den Risperdal-Hersteller gewendet, um mich über die Behandlung und das Präparat zu beschweren. Dass Risperdal Schlaganfälle verursacht, musste inzwischen sogar der Hersteller zugeben.

Extrapyramidale Störungen bei psychopharmakologischer Zwangstherapie werden in Deutschland als zumutbar weil üblich eingeordnet. Höherdosiert Insektizide gegen Menschen einzusetzen wird als Holocaust bezeichnet. Verstehe einer die biochemische Systematik in der forensischen Psychiatrie. Irgendwann lerne ich das Ausbleiben der Sniffing-Reaktion als Behandlungserfolg zu akzeptieren, nur weil es das Selektionskriterium für die tierexperimentelle Prüfung eines potentiellen Wirkstoffes an der Laborratte ist. Nein, es geht nicht um Zyankali. Das war in Auschwitz. Es geht um Wirkverwandte. Nach 45. Zyankali greift ja die Atmungskette an. Weiter zu recherchieren fällt mir im Moment schwer. Holger ist nicht da. Und jemanden zu fragen, der das Zeug nicht wegen einer Schizophrenie aufgezwungen kriegt, ist mir zu euphemisch. Wahrscheinlich gilt die Letalität als das entscheidende Kriterium für die Begriffsbildung des Holocausts in den Gaskammern. Der Aggregatzustand des Wirkstoffes wird es wohl nicht sein.

Drehbuchautor

"Stellen für Drehbuchautoren finden Sie in Stellenbörsen häufig auch unter den Suchbegriffen
- Headwriter,
- Storyliner,
- Outliner,
- Script Editor,
- Dialogschreiber,
- Dialogbuchautor und
- Autor vom Dienst",
schreibt der Berufsverband. 420 Mitglieder zählt er.
Annett war in Dresden, stand in der Zeitung. Beim Essen habe ich es auch gehört. Auch dass sie wie immer gesessen hat. Hab gestaunt, dass sie trotz Konzert online war. Sie war sogar auf meiner Seite. Im Gegensatz zu XXX XXXXX. Er fehlt mir sehr.

Furzkissen. Truman-Show-Prominenz in Aktion

Hab Kontakt zum Verband Deutscher Drehbuchautoren aufnehmen wollen, aber kaum den Namen der Göttlichen am anderen Ende verstanden, geschweige denn ihre huldvollen Anweisungen zum Check-In in ihre beknackt organisierte Personendatenbank. Wer da tatsächlich jemanden findet, muss ihn vorher schon gekannt haben. Bei mir griff jedenfalls nicht einmal die Postleitzahl. Ich gönne dem Verband, dass mein Posting vergoogelt wird, schon um jeden der nach mir bei dem Verband stöbert, die Illusion zu nehmen, dass ein Wissenschaftsjournalist dort dramaturgisches Know How zum Toppen seiner Ergüsse jenseits von Sex, Crime und Prominenz bekommt. Wenn ich nach wie vor langweilig schreibe, ist das nicht zuletzt Verdienst dieses Berufsverbandes. XXX XXXXX fehlt mir. Hilfe. Verdammt, ist das einsam in diesem Land. Sieben Punkte gibt Blasti mir dafür. Also wieder zurück zum Sex als dramaturgischer Schiene. Es ist immer wieder dasselbe. Eigentlich wollte ich unter Furzkissen orgastische Manschette schreiben, aber das ist auch nichts Neues. Es ist der Landesverband, schmacht. Beim zweiten Anruf reagierte nur noch eine Automatik, die sich aufregender Weise direkt nach dem Nennen meiner Telefonnummer abschaltet. Überall diese Spracherkennungssoftware. Ein Furby als Furzkissen kann auch nicht effektiver frustrieren als diese Telefonnummer. Begabt, besessen, besonders.

Knisternde Erotik

Lila Neon, Plastik-Fließband und scheppernder TV-Soundtrack. Dazu Instant-Geschmacksstandards. Ente 61, 62 und 63 hatten wir ausgewählt dazu 1, die Peking-Suppe. Die Straße davor ist dunkel und leer. Gleich daneben hat ein Waschsalon Susis Sexapotheke abgelöst. Im Fernsehen läuft grad das Morgenmagazin. Knisternde Erotik. Was ist knisternde Erotik? Das Verwechseln von Erinnertem? Die Schere zwischen Traum und Wirklichkeit? Das ständige Warten auf eine unerreichbare Radiostimme? Und immer wieder meint das Radio genau mich. Jede Nachricht, jede Gedankenfolge scheint direkt auf mich abgestimmt zu sein, solange ich nicht mit Nina und Tim darüber spreche und staune, was sie noch Sekunden vorher erlebt und erinnert haben. Tim will Jura studieren, wollte Jura studieren. Gestern. Wir haben Ligretto gespielt. Ich hab die Karten nur schwer mit der linken Hand umstecken können. Wahrscheinlich ist das Anklicken der MySpace-Fotos erotisch. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, das ich irgendwann mal etwas als angenehm erotisch erlebt habe. Gleich fährt die Bahn. Ich fühle mich wie jemand, der übrig geblieben ist.

Kinderarmut

2,5 Mio sind das inzwischen. Offensichtlich hat nicht jeder Arbeitslose ein Kind.

Tuesday, January 29, 2008

Kaum bin ich allein, meint alles mich: Der muckernde Account, die n-tv-Aufzeichnung vom Vorabend und irgendwann sogar der Unerreichbare, sobald er nicht sendet. Wenn er nicht sendet, aber online ist, scheint er zumindest nicht ganz aus der Welt zu sein. Aus der Welt, die mich zu meinen scheint, in der ich mich aber zunehmend als Zaungast erlebe. In der ich mich beobachte wie im Zoo. Und immer öfter auf gähnende Leere stoße. Auf der Suche nach Selbst. Skeptisch und wütend. Immer wieder Gleichzeitiges abgleichend. Vom blockierten Bottom bis zur veränderten Radiostimme. Scheinbar zerrissen und ohne Ziel. Auf der Suche nach einem Ruhepol. Und die einzige Ruhe, die bleibt, scheint Risperdal zu sein. Das Risperdal, das mein Hirn verschlammt bis zum Schlaganfall. Es ist so ausweglos. Als ob nirgendwo eine Insel ist, auf der ich ankommen könnte. Nur der Blog. Aber der ist verdammt gut. Hab Olaf auf Videos gesehen. Ich würde ihn wahrscheinlich verbiegen, besitzergreifend, wie ich bin und ihn mit meinem Claim verwechseln. Begleiten ohne einzuengen ist wahrscheinlich unmöglich. Tim will Jura studieren. Ich bin glücklich. Ich glaube, er liebt mich wirklich. Fast zehn Minuten lang wollte er Jura studieren.
Jeden Tag hoffe ich, dass ich ein paar Wortfetzen aufschnappe, hänge am Notebook, um zu hören, wie es ihm geht, heule, als ob mir jemand das Wichtigste nimmt, sobald ich ihn verpasse und werde mir selbst zunehmend fremd. Ich funktioniere nicht. Es ist, als ob ich alle Sehnsucht dieser Welt in mich aufgesogen habe, wie ein Schwamm, nur um diesem Phantom besser nachtrauern zu können. Manchmal beobachte ich mich dabei entgeistert, bevor ich um so mehr vom Jagdfieber erfasst alles zu wittern versuche, was sich inzwischen verändert hat.

Hab vor, einen Dresdner Drehbuchautor anzubaggern, um mich effektiver auf das Volontariat vorzubereiten, denn ich habe immer noch keine Ablehnung.

Mario war da, sah mich, die Kinder, die Kneipe, legte die Blumen auf den Tisch, entschuldigte sich und ging. Das Licht in der Kneipe war fast lila. Von draußen hatte ich nur den roten Schirm gesehen und mich seit Jahren auf den Tag gefreut. Wahrscheinlich ist die Vorfreude, das scheinbar Unerreichbare das Schönste an der Sehnsucht. Hab mich fast vor Mario geschämt für das Licht. Es war mir peinlich. Traum und Wirklichkeit. Die Lücke klafft manchmal weiter, als mir bewusst ist. Wieder ein Traum weniger.
Sobald mich etwas interessiert, sagt Janos Tulok, ich sei nicht geeignet und dass er es nicht fördert. Interessiert es mich nicht mehr, drängt er es mir auf. Ich habe keine Lust mehr, mit ihm zusammen zu arbeiten. Er begleitet nicht, sondern engt ein.

Ich will als Wissenschaftsjournalist arbeiten. Beim Deutschlandradio. In Köln. Ich will Text bearbeiten, indem ich ihn auf Hörbares verknappe. Dazu will ich beim Radio, beim Fernsehen und im Print Praktika machen und als Autor mit Olaf Schubert zusammenarbeiten. Danach will ich mich in einem medizinischen Fachverlag bewerben. Und ich will, so oft mir danach ist, XXX XXXXX schreiben können, in jedem x-beliebigen Text.

Monday, January 28, 2008

Gänsehaut. austauschbar. er hat sie verwechselt. irgendwann verwechselt sie ihn. sie weiß auch schon wie. nur noch nicht mit wem. der, mit dem sie ihn verwechselt, tut ihr jetzt schon leid. manchmal glaubt sie, wenn sie in einer bestimmten reihenfolge an ihn denkt, beobachtet er sie dabei. komisch. komischer gedanke.

Einzigster

Auf die Gefahr hin, dich zu langweilen und mangels MySpace-Zugriff per Safari hier die Message per Blog: Ich liebe dich. Offensichtlich ist eine Mail im Moment nicht zu senden, entscheidet die Firewall meines Arbeitgebers. Wenn mein technisches Verständnis mit den realen Gegebenheiten des hiesigen Admins übereinstimmt. Du fehlst mir. Dein letzter Mitschnitt auf SWR3 war erschütternd. Ich war noch nie so wütend darüber, dass ich keinen Podcast hören kann, um dir näher zu sein. Will sagen, ich liebe dich. Schade, dass du am Dienstag in einer geschlossenen Veranstaltung bist. Wer auch immer die vergütet. Die Peking-Ente hättest du übrigens nicht für Vier zahlen müssen. Ich hätte dich eingeladen. Schmacht. Du fehlst mir. Diese Nachricht vernichtet sich wie immer nach dem Lesen nicht selbst und wird dich zeitlebens verfolgen.

Sunday, January 27, 2008

Zu meinem Geburtstag kommt ein Hörspiel. Vorhin schaute Nina in den Blog. Hab mich für jeden Gedankensprung geschämt. Hab ihr von Olaf erzählt, davon dass er mich geaddet hat. Aber das habe ich wahrscheinlich schon geschrieben. Auch dass ich kaum verstanden hab, was er auf SWR3 gesendet hat. Er war so weit weg. Hab mir seine Gedankensprünge nicht erklären können. Es ging einfach zu schnell. Ich hätte ihn mehrmals hören müssen. Aber irgendwie tat es gut, allein dadurch dass es verwirrte. Hab mich dadurch entspannen können. Ich freue mich darauf, ihn mal richtig zu sprechen, so Auge in Auge mit Hallo zwischen Tür und Angel und türkisch gebrühtem Kaffee. Vielleicht kommt er ja zu meinem Geburtstag.

Tim & Nina

Immer ein Grund zum Träumen.

Sozialisation

Es ist nichts so desillusionierend wie Nähe. Solange du sie zulässt, musst du Synchronizitäten ertragen.

Voyager über »selbst« [zum Original-Text]> Nun guck doch nicht so traurig, ich laß doch immer einen Teil von mir zurück, damit du dich nicht so verloren fühlst. Ja, das wird wieder ein Stück Integrationsarbeit, ich und du und wir und doch eins. Und über uns hinaus. Der Wahnsinn der Welt beißt heiß.

Ich bekomme schon wieder Hasswellen, fast klimakterisch

Stalking

Unangenehm nah und doch unerreichbar, ständig in deiner Nähe, ohne Hoffnung zu geben - das ist das, was ich als Stalking erlebe. Bis hin zur medikamentösen Zwangsbehandlung. Diese lieblos kalte Nähe. Dieses nachhaltige Begleiten, das isoliert. Eiskalt berechnend. In den letzten zehn Jahren habe ich das oft erlebt und mich schutzlos gefühlt. Das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte, war, selbst so erlebt zu werden. Der Blog tut gut. In ihm steht tatsächlich nur, was ich schreibe, egal was ich höre.

Geh

Franz geht ein Jahr nach Canada, Bag & Pack - das gehöre zur Studienzeit, sagt Nina. Danach will er sie heiraten. Hab ihr gesagt, dass ich mit ihr rechne, falls meine Betreuung verlängert wird. Sie fühlt sich dadurch eingeengt. In fünf Jahren will sie weg. Hab ihr gesagt, dass in fünf Jahren ja Tim volljährig ist und mich vor einem gesetzlichen Betreuer abschirmen kann. Ich glaube, sie versteht meine Angst. Die Systemgrenzen sind verdammt eng. Ich will weit weg. Irgendwohin, wo es schön ist. Weit, weit weg.