Wege gehen - Ziele erreichen

Wege gehen - Ziele erreichen
Das Notebook vor Augen

Sunday, June 01, 2008

Hedonismus

Die kommt aus Altenberg. Muss schon wieder an den Altenberger Dialog denken, im Erzgebirge am Skihang: Die hatten keine Handschuhe in meiner Größe und Abfahrtsschuhe, an denen Head stand: Die dachte wirklich, ich mache deshalb Langlauf. Hab sie so gehasst, dass ich nach drei Sätzen Hausverbot bekam. Ein bißchen Hass, drei Sätze und schon Hausverbot am Skihang. Ich hatte meine Notarztkombi an. Der Laden war voll, und ich habe sie gefragt, mit welchem Ziel sie ausgerechnet in der Sechs und in der Sieben keine Handschuhe verkauft. Hab ihr unterstellt, dass ihre Knochenbruchrate höher als an Hängen mit einer höheren Mütterrate ist. Blond war sie, unwahrscheinlich blond. Komischerweise war Martin dann ausgerechnet in Altenberg, als er sich die linke Hand gebrochen hat. Aber das war Jahre später und Zufall. Wahrscheinlich war es auch nur angebrochen. Handschuhe in der Sechs und Sieben sind schon wichtig, nicht nur im OP.
Am 5. September 2005, viereinhalb Monate nach Konrad Kneppers Tod, traf eine Rechnung seiner letzten Klinik ein, unter anderem für die Ausstellung des Totenscheins. Sie war an ihn adressiert. Das ist alles, was mir zu Düsseldorf einfällt. Aber er war damals auf der Autobahn zur Klinik unterwegs. Das spricht dagegen, dass es eine Düsseldorfer Klinik war. Rechnungen für Totenscheine haben die nicht mal in Auschwitz ausgestellt.

Matuschik hab ich letzte Nacht gehört und hatte schon wieder das Gefühl, der liest mit. Er hat sogar Anettes Handynummer angeboten. Ich weiß noch wie heute, wie ich den SWR3-Hoyer nach dem Namen der Nachrichtensprecherin gefragt hatte, der extra anrief, mir den Namen aber trotzdem nicht verraten hatte. Letzte Nacht fiel ihm der PC aus. Die erste Anruferin im Studio zögerte lange, bevor sie ihren Namen sagte - das Studio still, als ob der Autopilot ausgefallen ist und nicht mal der CD-Player reagierte. Es war offensichtlich live. Bei mir auch: Die Nase war zu und außer trampelnden Fliegen kein Hautkontakt.

Diese Woche haben Uschi und Gitta gesendet. Ich war nur zufällig dort, einen Beitrag einlesen, als Martin Erler, unser Studiogast, anrief. Gitta hatte ihm nicht ihre Handynummer gegeben, so dass er sie nicht erreichen konnte. Er wollte nicht mehr ins Studio, war sauer oder hatte etwas anderes vor. Außerdem wusste er nicht, dass es sofort gesendet wird. Da ich Gittas Nummer auch nicht hatte, rief ich Uschi an und sagte ihr, dass sich Martin überrollt fühlt und dass er am liebsten nicht kommen würde. Daraus wurde dann beim Anruf von Uschi bei Gitta: Martin kommt nicht. Das Ende vom Lied war, dass Martin kam, aber Gitta wegblieb. Zum Glück war er eine halbe Stunde eher da, so dass Uschi sich mit ihm absprechen konnte. Gegen Neun tobte dann Gitta bei mir auf dem Handy, ich hätte gesagt, sie soll nicht kommen. Nie wieder Telefonieren für Dritte, heul. Die Sendung lief gut. Allerdings machten sie schon 20 Uhr Schluss. Uschi eben. Nächste Woche bin ich mit Uschi dran. Hab einen Autor, seinen Verleger und seine Lektorin eingeladen. Harald Helbig und den Telescope Verlag. Am Mittwoch treffen wir uns und sprechen alles durch.

Bühnenerleben. Die Steuerung der Fahrzeugelektrik wird per CD oder Internet eingelesen. Bis dahin kannst du maximal mit 30 km/h durchstarten. Gestern hat es bei Hoyer auf der A6 gekracht. Sofort war meine Nase dicht. Ich muss das Risperdal regelmäßiger nehmen. Aber vielleicht ist das Sniffing auch nur Marker für eine relative Überdosierung ... Es ist schon wieder wie in der Akutphase auf Station: Wach und verschnupft. Fehlt nur noch, dass jemand neben mir heimlich kokst, um ungestörter mit seinem Unsichtbaren sprechen zu können. Verdammt, das dicke Mädchen in der Bahn ... Irgendwann spreche ich die an, spätestens wenn das Radioprogramm langweilig wird. Andererseits war die so vertieft, dass die mir die Störung wahrscheinlich übel genommen hätte. Gestern habe ich meinen Walkman gesucht und mir vorgestellt, ich müsste mit irgendjemandem reden, um mich nicht zu langweilen. Leben ohne Kopfhörer ...

Saturday, May 31, 2008

Globetrotter

Eine halbe Million Euro plant Michael Merkel für seine Weltreise ein. Die muss er erst einwerben.


Es hagelt Riesenkörner.
Gestern war Schultreffen. Viele Ärzte waren dabei. Ich hatte das erste Mal das Gefühl, alt zu sein, als ich die Anderen sah. Ich bin tatsächlich im besten Oma-Alter. Steffie ist inzwischen sechsfache Mutter - das Jüngste ist vier. Betina betreut Studienabbrecher psychologisch, Caroline Richter ist eine ganzheitliche Zahnärztin in Leipzig geworden. Christine Geißler wohnt in Wiesbaden und arbeitet als Informatiker in der Frauenklinik. Aus meiner Klasse war keiner da.

Friday, May 30, 2008

Weltreise
alles fließt. bist mir nah. ohne eile. jeder gedanke hat zeit, egal wie nah er dir geht. er fließt vorbei wie alles vorher. ich bin müde. verdammt ich hab einen alten mann anstelle seines kindes befragt und der hat doziert wie ein alter mann. wenn alle bremer so sind wie er, habe ich inzwischen einen plan weniger. und bei allem ist diese angst, zu langsam zu reagieren, sobald sich die jobs häufen. eine reise durch meine kleine welt. mich friert. ich trau mir nicht mal mehr zu, ein auto unfallfrei zu steuern, so knülle bin ich nach dieser nacht. ich hätte gern eine redaktion mit einem permanent erreichbaren chefredakteur, transparente software und ein vollständiges adressverzeichnis. so schön es ist, dass jeder seine ganz persönlichen schrullen hat, so einsam ist mir jetzt. warum ist da keiner, der mich einfach nur auffängt, hält und wieder los lässt, sobald mir danach ist, wie eine gute software? ich will gefallen. wahrscheinlich ist es das, was so unheimlich anstrengt: seit tagen will ich gefallen und bin wie ausgebrannt. nicht mal mehr die schizophrenie trägt. jetzt verstummt der sender. radio bremen 1 hatte ich eingeschaltet.

Bremen 1

Ich komme im Moment lediglich über http://bremeneins.radio.de/ in den Livestream. Weder http://www.radiobremen.de/bremeneins/, noch http://web.ard.de/radio/radionet/ greifen.

Zweieinhalb Minuten Landleben brauche ich - über Borthen oder Kaditz.
Gea
Wenn er den Mund öffnete, stank er nach Erde. Du konntest der Leber beim Zerfall zuschauen. Er krümmte sich vor Schmerz und kotzte Blut. Er hatte es tatsächlich geschafft: Innerhalb kürzester Zeit hatte er seinen Körper ruiniert und sah sich beim Sterben zu. Ich hab nie wieder einen so zerstörerischen Menschen erlebt. Kein Schnaps war vor ihm sicher. Wenn er nicht soff, rauchte er oder trank irgendwelchen Schlamm, den er Kaffee nannte. Das Einzige, was ihn zu erwarten schien, war der Tod, sein liebster Gegenüber. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt und bezog die Betten blutrot, damit die Flecken weniger auffielen. Erstaunlicherweise machte ihn das wütend. So tot war er also doch nicht. Hab ihm, um ihn zu ärgern keine Schüssel zum Kotzen gegeben, so dass sich das Schaffell blutig einfärbte. Das war es dann. Es ist schon komisch, dass ausgerechnet ein blutiges Schaffell schaffte, was mir nicht gelang: Er ging in den Entzug. Ich bin ihm aus dem Weg gegangen, auf der Suche nach dem, was tatsächlich mich zu meinen schien - meinem Fernweh.

Man muss nicht mit jedem reden

Gestern in der Bahn stieg ein dickes Mädchen ein, das fortwährend mit dem Unsichtbaren sprach. Radio konnte nicht unterhaltsamer sein. Da ich mich allerdings beim Beobachten beobachtet fühlte, behielt ich die Kopfhörer auf: Figaro. Egal. Als ich wenig später in ihre Augen sah, war ihr Blick merkwürdig entrückt. Der Unsichtbare hatte sie ganz. Einsam war das. Dabei war ich fast Quote. Ich hatte das Gefühl, alle hörten weg. Was wolltest du auch sonst machen? Vielleicht ist sie ja auch irgendwo angekommen in Trance. Bin schon wieder in Gedanken beim Dorle und beim Finnen mit der Kofferbombe. Kurz danach spukte mir XXXXXs Mail durch den Kopf, und nichts ging mehr. Mich hatte es noch nie so geschmissen wie nach dieser Mail. Es war, als ob mein Schädel explodierte. Jeder Schmerz war lächerlich dagegen. Ich hatte das Gefühl, ins Nichts zu fallen. Grad war er mir scheinbar noch so nah. Scheinbar. Aber wo beginnt Nähe, wo Himmel, wo Vergöttern? Wo beginnt Bühne? Hab Gänsehaut. Ich sehne mich nach seiner Bühne. Wahrscheinlich ist es das, dieses Verstummen, sobald ich ihn ahne. Dieses hastige Schreiben. Ich will sehen, was er sieht, spreche eher über als mit ihm, als ob ich Jahre nachzuholen hätte. Und dann immer wieder die Illusion, dass er liest, was ich schreibe. Es ist genauso wie das Gespräch der Dicken mit dem Unsichtbaren in der Bahn. Mitten in der Nacht. Aber vielleicht ist ja jedes Liebeslied nichts weiter als ein Schrei nach dem Unsichtbaren. Was ist ein guter Traum, nah genug, um Halt zu geben? Ein Volontariat im Medienkulturzentrum wäre gut, in einer gut funktionierenden Redaktion, mit Webradio, XXXXX im Ohr. Verdammte Sehnsucht nach irgendetwas Konstantem. Wahrscheinlich muss es weit weg sein, um konstant zu erscheinen. Hab lange nicht mehr im Blog bei Wind und Regen gelesen. Es ist so traurig dort.
Chefredakteur
Ich hab tatsächlich mal so einen Job angeboten bekommen. Nichts Großartiges. Nur für den Berufsverband Deutscher Psychiater. Und das mit meiner ICD-Nummer. Das wäre witzig geworden.

Sex
Mein erster Psychiater trug aufregend enge Hosen. Als ich ihn frisch kaserniert gebeten hatte, auf weitere Modelle auszuweichen, reagierte er genauso unwillig wie der Zivi mit den Blockstreifen-Boxershorts: Sobald man nicht zwangseingewiesen ist, kann man sich nicht vorstellen, dass jeder noch so simpel gestrickte Gockel zum Mekka der Emotionen wird. Es war zum Ersticken.

Psychiater
wollte ich mal werden - im vierten Studienjahr. Die Patientenvorstellungen waren so einprägsam. Ich weiß jetzt noch Gesichter und Worte, nach zwanzig Jahren. Wie verschlissen das Psychiater aussah, fiel mir kaum auf. Bunt wie Hollywood war diese kleine Welt von draußen gesehn.

Thursday, May 29, 2008

Karsten Kretzer ist bereit, dem Medienkulturzentrum die Domain zu überlassen.
Brain Machine Interface

Wednesday, May 28, 2008

Am Sonntag ist Plattleitenlauf.
Schnüffeln ist lebensgefährlich.

Tuesday, May 27, 2008

Sendername

Neon 425 sendet ab Juli wahrscheinlich nicht mehr auf 104,25 im Dresdner Kabelnetz. Werner Jokubeit schlug für den Internetsender Neon 2.0 vor. Auf die Rückfrage, ob "Neon" geschützt sei oder ob ein Sendername auch ohne die Ziffernfolge möglich sei, nannte er unter anderem das NEON Magazin vom Stern und schlug ein anderes Edelgas wie Xenon vor. Xenon heißt das Fremde, habe ich daraufhin eingeräumt. Internetadressen, die im Gegensatz zu www.neon.de noch frei sind, sind zum Beispiel

www.ich.de
www.windfisch.de
www.striesen.de
www.rund.de
www.gmitsch.de (Geräusch"wort")
www.unerhoert.de

Hab Tim gestern wegen einem Sendernamen angesprochen, aber er wollte in Ruhe gelassen werden. Mal sehen, was die anderen zur Party am Donnerstag sagen.

Bleibt Radio Neon. Karsten Kretzer scheint da der Ansprechpartner zu sein. Enrico hat sich bei MySpace ausgetobt. Analytisches Denken, Ausgeglichenheit und Spaß an eigenverantwortlichem Arbeiten müssten mich auszeichnen, das wäre toll.

Geschlechtspartnervergabestelle

»Du hast eine erotische Stimme«, sagte er. »Das ist ein Vorteil.« Hab noch nie so nett meine Wortfindungsstörung umschrieben bekommen. Kurz vorher war er ins Schwitzen gekommen, als ich ihm zur Rolle der Familie im Westen befragt hatte. Andree hatte gerade mit seinem einschlägigen Wissen über die Insel Lesbos aufgetrumpft. Mir ging die Geschichte der Frau durch den Kopf, deren Ex-Geliebter sich vor ihr retten wollte, indem er sie auf die Insel verbannte, woraus dann die Story vom freiwilligen Beisammensein alleinstehender Frauen wurde. Eine erotische Stimme ... Naja, es gibt Schlimmeres. Die Gedankenleere beim Aufblinken des Rotlichtes zum Beispiel: Grad hast du dir noch eine ganze Gedankenkette zurechtgelegt, und schon fällst du wieder in Trance, den Leuchtturm vor Augen.
So wie du deine Gefühle ordnest, orientiere ich mich auch immer wieder neu. Ich sehe das als einen normalen Prozess an. Bei mir kommt das ständige Abgrenzen von Phantasie und Wirklichkeit hinzu, was um so komplexer wird, je mehr sich gleichzeitig verändert. Und das war durch das Senden auf auDDite für mich eine ganze Menge. Gestern habe ich mit Tim zusammen Fernsehen gesehen, während er online war. Wir saßen nebeneinander, er hatte Kopfhörer, und wir hatten kaum gesprochen. Ich bin jetzt noch knülle: Das war scheinbar Schwerstarbeit. Trotz Kopfhörer, Schweigen und Online-Input war er mir so nah wie lange nicht. Wahrscheinlich hätte ein Gespräch die Distanz wieder spüren lassen. Vorgestern hatte er ein Lames-Wahlplakat dabei. Ich mag Lames nicht: Er hat bei der Talkrunde am Samstag zur OB-Wahl kaum eigene Visionen artikuliert. Gestern hatte ich außerdem Kontakt zu Sascha Zeus (SWR3) aufgenommen, um ihn zu begreifen. Ihn zu hören, ohne ihn zu sehen, ist eben doch nicht missverständnisarm. Er hatte von seinen orangen Schuhen gesprochen, aber chinesisches Fastfood gemeint, das er während der Sendung gekostet hat. Fotos dazu sind auf der SWR3-Webseite zu sehen. Trotzdem habe ich Ewigkeiten gebraucht, um den Gag als solchen zu verstehen. Das orangebraune Fastfood ist offensichtlich ledrig zäh. Conny Papadopulus alias Jeff Smart sagt, ich soll mich nicht so unter Druck setzen und entspannter sein. Für das nächste Band-Interview habe ich inzwischen eine Vorab-Zusage. Heute kommt Bernd schon wieder. Ich weiß nicht, warum er so oft kommt. Er erzählt viel von sich. Ob ich ihm so einsam erscheine oder was ihn sonst dazu bringt, eine dreiviertel Stunde in der Bahn zuzubringen, um zu mir zu kommen, ist mir schleierhaft. Jamie Oliver wird heute 33. Nach den drei Sendungen, die ich mit ihm gesehen habe, ist er mir näher als Bernd, der genauso lange auf mich eingeredet hat. Aber Nähe ist sowieso relativ. Das habe ich gemerkt, als ich mit XXX XXXXX telefoniert hatte. Plötzlich war er weit weg, viel weiter, als wenn ich ihn im Radio hörte. Nähe ist eben relativ und etwas sehr Zerbrechliches. Phantasie spielt da eine große Rolle. Oft ist es nur meine Phantasie, in der mir der Andere nah ist. Oder anders gesprochen: Die Nähe ist einseitig, ein Ausdeuten des Schweigens. Morgen wollen wir Tims Schlagzeug zu Franz in den Keller bringen, damit Tim endlich wieder ungestört proben kann.

Monday, May 26, 2008

Hilbert führt das OB-Voting bei Radio Dresden.

Kinderarmut

Mehr als jedes sechste Kind lebt in Deutschland in Armut. Alleinerziehende, Zuwanderer und HARTZ-IV-Empfänger machten den Hauptanteil der Eltern dieser Kinder aus. Ohne Kindergeld seien es noch 1.7 Millionen mehr. Nicht mehr dazu zu gehören und zu verarmen ist schlimm. Hätte ich das 1989 geahnt, hätte ich mich lauter gegen die "Wende" gewehrt. Aber durch Ninas Geburt war ich damals abgelenkt. Vor lauter Familie habe ich das "Große" aus den Augen verloren. Nur chronischer Schmerz interessierte mich damals. Eine epidemiologische Studie sollte es werden. Ich wollte ihn begreifen und die Stufentherapie hinterfragen. Auf meiner Ultraschall-Verordnung steht etwas von Verquellung im Ulnarisgebiet. Je stärker ich die Region aktiviere, um so mehr geht das pelzige Gefühl zurück. Ruhe scheint jedenfalls nicht der richtige Ansatzpunkt zu sein. Mal sehen, ob Tim auf Curry-Mais Appetit hat.

Sunday, May 25, 2008

Hab dich im Halbschlaf gehört und dabei von dir geträumt: Wir waren in Montecarlo auf der Rennstrecke in einem Berg - und das obwohl ich Autorennen hasse. In dem Tunnel mit Blick aufs Meer war ein Fahrstuhl der zu einem Restaurant führte. Michael Schumacher war dabei. Als ich aufwachte, war deine Sendung grad zu Ende und der SR1-Jingle lief in einer Endlosschleife.

Saturday, May 24, 2008

Mir geht nach dem ersten Mal On Air viel durch den Kopf, grad wie nach dem ersten Dreh bei Welt der Wunder. Dich das erste Mal danach zu hören war eigenartig. Ich war im Blaster, hab über München geschrieben, und eine Münchnerin meldete sich bei dir im Studio. Dieses IrgendwieHängtAllesMitAllemZusammen, das regelmäßig in ein DuSiehstMich mündete, ging mir wieder durch den Kopf. HörenOhneZuSehen schafft schon eine irrationale Nähe. Gestern war Bernd da. Danach simste er, ich würde ihn so wenig ansehen. Die SMS hatte ich gelesen, als Reimund angerufen hat. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich ihn so wenig angeschaut hatte: Du warst grad im Radio. Ich mag dich sehr. Vielleicht funktioniere ich ähnlich wie Tim, der Nähe aus seinen MP3-Dateien schöpft und Filme dreht, um sich zu artikulieren, seitdem er nicht mehr Schlagzeug üben kann. Reimund hat mich gestern im Radio gehört. Er ähnelt dir ein bißchen, zumindest auf dem Foto. Das Lachen jedenfalls. Michael Spleth schreibt, ich wäre ein Radio-Junkie. Der Bestattungsmessen-Beitrag war zu lang. Trotzdem hatte ich Angst, dass die Anderen nicht rechtzeitig vom Rauchen wieder ins Studio zurück kamen. Ich spüre mich kaum, bin wie im Stupor, taub. Die ganze Seele ist taub. Kontaktschwach. Ohne Energie. Vielleicht enttäuscht. Dieses MichGehaltenFühlen durch das DuSiehstMich der letzten fünf Jahre ist weg. Allmählich werden die Kontakte realer durch die SWR3LandCommunity.
Wahrscheinlich ist es das: Du weißt nicht, wann du wieder ans Mikro kommst und versuchst alles rein zu packen, überfrachtest den Moment dadurch und findest keine Worte. Es ist grad wie der Moment beim Telefonieren, in dem der Andere auflegen will.

Rotlicht

Wenn jetzt das Mikrophon offen wäre, was würde ich sagen? Gestern war Jeff Smart im Studio. Jeff Smart heißt eigentlich Conny Papadopulus. Ich wollte transparent und straight sein. Eben fair. Plötzlich war jeder, der schwieg, ein potentieller Hörer. Seriös und fair ... Sobald ich frei gesprochen hab, lief ihm der Schweiß. Es war die Hölle. Hab nicht vorhersehen können, wie es ihm geht und bin offensichtlich zu tief in ihn eingedrungen. Tiefer, als er erwartet hatte. Kein bißchen fair. Wo beginnt Stalking? Ich hatte das Gefühl, ihn vor mir her zu treiben, statt ihn zu begleiten. Es war furchtbar. Nur ins Mikro zu sprechen, ohne den einzelnen Hörer zu sehen, war schlimm. Inzwischen hatten die Eltern längst abgeschaltet: Julia hatte wegen Mia angerufen, das war wichtiger als meine Sendung. Ich träume davon, Nähe zu spüren, und verirre mich ans Mikrofon. Verrückt. Druck auszuüben und trotzdem Nähe zu erhalten verbinde ich immer noch mit der Schweigepflicht und nicht mit einem für Dritte offenen Mikro. "Der Westen als Kontrapunkt zur Familie" war die These mit der ich ihn konfrontiert hatte. Am Donnerstag war ich bei Axel Klein: Er würde sich an meiner Stelle operieren lassen, scheint es. Alles war so beziehungslos. Fast wie auf Arbeit in der Uniklinik. Der Tag vollgepackt mit Entscheidungen, sachlich und distanziert. Emotionslos und kühl. Hab vorhin über Orgasmusphase gelesen, darüber wie sie andere erleben und beschreiben. Es sei der höchste Genuss, zu dem ein Mensch fähig sei und würde von allen gleich erlebt, hat da einer behauptet. Ich war verblüfft. Nicht dass ich Vetter Pons eher verstehe, bei dem Lust und Essen eins war, aber dieses Sich-Verkrampfen als Genuss zu deuten, fällt mir schwer. Im Gegenteil: Das ist der Moment, in dem ich mich regelmäßig zurückziehen will. Schweißperlen. Was ist genussvolle Nähe? Für mich ist der Westen der Kontrapunkt zur Familie, für Conny scheinbar nicht.

Rente

hab aus dem Archiv einen Sprechertext vorgelesen. Es ging um Angst. Als der Text auf Sendung ging, behauptete Andree, ich hätte interviewt und sei Arzt. Mir war schlecht: Hab meine Rente wegschwimmen sehen.

Friday, May 23, 2008

Bedrückt

Ich wirke bedrückt, sagt Reimund - übergewichtig und verschuldet. Ich träume von XXX XXXXX, sobald ich wach bin. Letzte Nacht hab ich von der Wohnung neben Haus Hohen Eichen geträumt. Nina war klein und turnte am Fenster. Der neue Besitzer strich die Wände statt zitronengelb mit marineblauen Streifen in Sonnenuntergangsfarben, melancholisch. Nachher kommt Bernd. XXX XXXXX sendet heute Mittag. Es ist das erste Mal diese Woche, dass ich ihn hören kann. Wenn Sehnsucht verbindet, müsste er mich lieben. Hab Gänsehaut. Heute Abend ist meine erste Sendung. Nächste Woche wird das Studio umgebaut. Ich hab angeboten, dass ich das Praktikum unterbreche. Andree sagt, dass das nicht nötig ist und dass ich abends arbeiten kann, wenn das Studio leer ist. Peroxide hat mir eine Seite zum Slack-Material gemailt.

Wednesday, May 21, 2008

Nähe

eigentlich ist sie nett. aber dass sie ihre brüste grad in augenhöhe vor dem chefsekretariat in überlebensgröße präsentieren musste, fand ich divenmäßig.

Monday, May 19, 2008

Wegen Fabrikkauf.com mache ich einen Screenshot von der Anmeldeseite und kündige die Mitgliedschaft. Es gibt inzwischen jede Menge Urteile zu Seiten, die die Kostenpflicht der Mitgliedschaft nur unklar und nicht eindeutig anzeigen. Versteckt im Klein bzw. Kleinstgedruckten gilt nicht. Es muß vor der Anmeldung ganz klar sein, das es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt.
Reimund

Sunday, May 18, 2008

Mein neues Lieblingslied. Gestern ging DSDS zu Ende.

Saturday, May 17, 2008

Ich komme grad von einem Philia-Konzert. Es war extrem laut. So laut, dass ich Angst um Tim hatte, der neben mir stand. Ich konnte ihn aber nicht zwingen zu gehen. Ich höre mir Franz lieber auf CD an, da kann ich die Lautstärke runterregeln. Tim hatte seinen Freund Flo dabei. Die beiden wollen auch eine Band gründen. Hab Franz angeboten, dass ich seine CD Jan Garcia schicke, damit der sie in seiner Sonntagssendung vorstellt. Verdammt, es war so laut, dass ich keine Melodie ausmachen konnte. Außerdem waren lauter komische schwarze Vögel in Latex und Spitze da, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Radio ist überschaubarer als so ein Konzert.

Hab mein kaputtes Plexiglas-IKEA-Besteck entsorgt und durch Justinius-Besteck ersetzt.
Hab alle Schulen in der Umgebung angeschrieben, ob ich dort Volleyball spielen kann, aber noch nicht von allen Antworten bekommen. Bin gespannt, was das Sportamt zu Slackplaces in Dresden antwortet. Der Striesener Streetworker hat an den Herman-Seidel-Park gedacht. Ich hab Lust, mir eine Slackline zu kaufen. Morgen borge ich mir Tims Einrad und bringe ihm im Gegenzug ein Buch zum vegetarischen Grillen im Garten mit, da ich in der Backröhre sowieso nicht alleine grille. Der Striesener Streetworker hat mir mehrere Proberäume in Striesen genannt. Ich bin gespannt, ob es irgendwo klappt: "Einen Proberaum gibt es im selbstverwalteten Jugendtreff A19 (Augsburger Str. 30)", das ist auf dem Gelände, wo sich auch das Büro der Straßensozialarbeiter befindet. "Sonst Können Bands wohl noch im Jugendhaus East End (Löwenhainer Straße 33) oder in der Schieferburg (Liebstädter Str. 29) proben. Inwiefern dort Proberäume vorhanden sind, kann ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt auch noch einen Jugendtreff vom CVJM (Schandauer Straße 60)", sagt Sascha Rusch, der Striesener Streetworker. Thomas Rosch ist heute gar nicht zu hören. Gestern hat er extra angekündigt, dass er als eingefleischter Bayern-Fan von München aus senden will. Oliver Kahn hat ja heute sein letztes Spiel. Rosch, Rusch, Slackplaces, Proberäume ... Nix Rosch - der scheint dort nur als Zuschauer zu sein, tja. OK, nach Spielende ruft Daniel Simarro Thomas Rosch an: Der saß in der fünften Reihe im Konfetti-Regen und bestaunte die Bayern aus der Nähe.
Hab die Zusage für mein erstes Interview: Jeff Smart alias Wolf Papadopulus. Als ich ihm gesagt hab, dass wir eine Stunde senden können, hat er sofort nach dem Konzept gefragt. "Sonst entstehen peinliche Pausen", sagt er. 45 Minuten Musik im Stück stellt er zusammen und drei Fünf-Minuten-Portionen. Am Mittwoch sprechen wir alles durch und haben schon das Aufnahmegerät dabei. Big Brother, grins. Ich weiß noch überhaupt nichts von ihm, nur das, was er auf MySpace hinterlegt hat. http://www.myspace.com/jeffsmart - hab also viel Raum für Neugier. Vielleicht höre ich bis dahin nochmal bei Christian Thees rein, um Strukturen zu erkennen. Aber die Kombination von Live und Aufzeichnung müsste sicher genug sein. In Wolfs Biografie möchte ich stöbern und in seinen Visionen. Wenn ich dann noch frage, was ihn an Dresden fasziniert und was ihn stört, wo er sich besonders wohl fühlt und wer seine engsten Partner in der Stadt sind, habe ich wahrscheinlich mehr als genug Struktur und muss aufpassen, dass es nicht zu starr wird. Das wird ein Sprung: Von der aufgezeichneten Straßenumfrage für die Sächsische Zeitung zur Live-Übertragung aus DEM Studio. Ich freue mich. Wahrscheinlich werde ich Wolf auch noch fragen, was ihn an dem Computerspiel http://www.c64-wiki.de/images/6/6a/Clever&Smart_Animation1.gif fasziniert. Mal sehen, wie viel Zeit bleibt. Schade, dass auddite http://auddite.de/ noch keine Community hat. Dann hätte das Interview eine Aura. Bin gespannt, ob der Counter mehr als einen Hörer verzeichnet. Es ist alles so irrational: Der Aufstand vor Ort und die fehlende Rückkopplung. Da ist ohne Community nur wenig sofort zu spüren. Es muss ja nicht gleich ein Chat sein, obwohl der bei einem doppeltbesetzten Mikrofon bestimmt auch witzig wäre. http://dd-radio.com/ macht das so. Jedenfalls vor drei Monaten, als ich mal länger rein gehört hatte, war das so. Klaus erzählte, dass er bei einem Quiz keinen einzigen Anruf im Studio hatte. Immerhin war er sich sicher, dass ein Signal raus ging. Radio ist schon spannend.
Es ist das erste Mal, dass ich meine Stimme aufzeichne und sie im Vergleich mit anderen Stimmen erlebe. Da ich offensichtlich sehr leise spreche, muss ich näher ans Mikro. Am Mittwoch war ein Sprecherziehungskurs, der aber leider schon voll war. Bleiben die Regler zum Hochziehen beim Schnitt zum "Normalisieren" des Volumens. Ich hatte auch schon überlegt, ob ich in einem Chor beginne.

Friday, May 16, 2008

98 Prozent der Sachsen lassen sich feuerbestatten, habe ich auf der PIETA 2008 erfahren. Mit dem Wegfall des Sterbegeldes haben die Ordnungsamt- und Sozial-Bestattungen zugenommen. Seit 2003 gibt es den Facharbeiter im Bestattungswesen. Und die Friedhofsruhe ist nach wie vor bindend: Es gibt also nur wenige Wege zur Diamant-Bestattung, die bis jetzt noch sehr kostenintensiv ist und nur einen Teil der Asche betrifft. Es sei wichtig, Trauer zu verorten - der Tote müsse frei zugänglich sein, argumentieren die städtischen Bestatter in Dresden, einer Stadt, in der Stadtgrün und Abfallwirtschaft gemeinsam verwaltet werden. Bei Umgehung der Friedhofsruhe befürchten die Bestatter eine Umwandlung der Friedhöfe in Parks, da sie dann nicht mehr traditionell genutzt werden - Raum für Slackplaces.
Stress

Schlafphasenwecker
2003 habe ich manchmal auf Michael Spleths Stimmfärbung im Satellitenradio geachtet, wenn ich mich nicht ins Internet einwählen konnte - als ob wir Blickkontakt hätten - obwohl mir klar war, dass zwischen dem, was er gesagt hat, und dem, was ich gehört habe, 12 Sekunden lagen. Es war ganz unmittelbar. Wie Kino. Weihnachten 2003 habe ich dann die Bohemian Rhapsody gehört, als er auf Sendung war. "Reality" & "Fantasy" gingen da bei mir nahtlos ineinander über. Er hatte die Rhapsody ein zweites Mal innerhalb weniger Tage aufgelegt.

Hab mich dann bis ins auDDite Hörfunkstudio "vorgearbeitet", um zu ahnen, wie es ist, auf der anderen Seite zu sein. Es ist schon verrückt, wie sich alles verschiebt, sobald ich ein Mikrofon in der Hand halte, obwohl ich keine Ahnung habe, wer zuhört. Jede Bemerkung bekommt dann so eine Schwere. Hab zuerst "fertigen Text" abgelesen, um mich an das Mikro zu gewöhnen, und meine Stimme aufgezeichnet. Das nächste Heureka kam dann beim Bearbeiten der Datei mit Samplitude. Eine Steigerung war dann die Aufzeichnung einer Pressekonferenz. Bis zum Vieraugengespräch mit Mikro habe ich mich bis jetzt noch nicht vorgewagt. Das wird am kommenden Freitag. Hab eine Band ins Studio eingeladen: Jeff Smart. Der Übergang vom Lektorat in einem winzigen Verlag zum Live-Senden im Hörfunk ist ein gewaltiger Sprung für mich.

Thursday, May 15, 2008

Apropos "Was geschah": Hab gerade eine Zahlungsaufforderung für die Bereitstellung eines Zugangs bekommen, obwohl ich ihn nicht genutzt habe. Als ich davon zurücktreten wollte, weil ich bei der Bestätigung in dem Spam nicht gesehen hatte, dass die Bereitstellung Kosten verursacht, behauptete der am anderen Ende, die Kosten seien auf der Seite deutlich suchtbar positioniert. "Für die Teilnahme an fabrikverkauf.com gilt der bei der Bestellung angegebene Preis von 59,95 €."

Wednesday, May 14, 2008

Samplitude

Das Programm ist störrisch und setzt unangenehm viel Basiswissen voraus. Es erklärt sich kaum selbst und reagiert streckenweise nur auf Tastaturbefehle statt auf die Maus. Bin müde.

Eva 2008

Eva Jähnigen führt auf den Dresden-Fernsehen-Seiten das OB-Rennen.
Bin doch nicht in den Sprecherziehungskurs gekommen. Er war schon voll. Morgen abend bin ich im Schillergarten. Dort zeichnen wir bis 24 Uhr Dixiland auf und schneiden danach bis 4 Uhr. Ich hab zwei Freikarten für die Bestattungsmesse zur Pressekonferenz bekommen. Sie hat an drei Tagen geöffnet. Vielleicht lasse ich mir das Aufnahmegerät am Sonntag geben und gehe zu den Ständen. Es ist eine Fachmesse ohne Publikumsverkehr. Das letzte Mal sei kaum Publikum gekommen. Es ist die einzige Bestattungsmesse deutschlandweit. Die Diamant- und die Naturbestattung interessieren mich. Die meisten städtischen Bestattungen erfolgen per Feuerbestattung, nur 1,6 Prozent sind Erdbeisetzungen. Immer mehr wählen die anonyme Bestattung auf der Wiese, bei der bis zu zwanzig Urnen auf einem Wiesenstück vergraben werden, die einzelne Urne aber nicht exhuminiert werden kann.

Irgendwann schreibe ich meinen Nachruf

Dunkelheit ... Licht,
Angst und Mißtrauen ... Liebe,
Verzweiflung ... Lust,
Neid ... Lebensfreude.

Ich war zur Pressekonferenz der Pieta 2008.

Tuesday, May 13, 2008

Im Radio war alles überwältigend neu. Warum da so viele Reglerknöpfe sind, ist mir unverständlich. Ich muss mir jeden Handgriff einzeln und mehrfach erklären lassen. Am 23. Mai will ich Jeff Smart und Harald Helbig vorstellen.

Monday, May 12, 2008

Hab grad gelesen, dass inzwischen Schamlippenverkleinerung in Narkose angeboten wird. Dass bei Colitis ulcerosa sogar Colektomien ohne Anus-praeter-Rückverlagerung gemacht werden, habe ich gestern dazu gelernt und gleich wieder einen schizoiden Schub bekommen. Was heißt schizoid ... Es war wahrscheinlich kein Wahn: Da schneidet einer einfach weg, was passager stört, statt es zu sanieren und alle Welt nimmt es gelassen hin, inklusive der Betroffenen, die ihre Schamgrenze glücklicherweise so weit überwindet, dass sie überhaupt von der OP spricht. Nie wieder Narkosen machen, nie wieder jemandem Gelegenheit geben, seinen Gegenüber unwidersprochen zu verstümmeln. Ich bin immer noch wütend. Hab den halben Vormittag nach Stoma-Badeanzügen gesucht vor lauter Wut. Warum hat die sich operieren lassen, statt es konservativ zu behandeln? Warum kenne ich sie erst so kurz? Warum verdammt hat der den Darm gleich entfernt, statt ihn ruhigzustellen? Mir ist einsam. Am 19. Mai geht Mutter in die Klinik. Bis jetzt ist das, worauf sie sich einlässt, noch überschaubar. Vater kauzt wegen seinem Rücken rum und scheint keine Lust zum Muskelaufbau zur Schmerzreduktion zu haben. Es fehlt nicht viel, dass er sich auf irgendeinen OP-Tisch legt, um wahllos Hüfte und Rücken revidieren zu lassen. Warum sehnen sich Menschen nur so nach Einschnitten? Und warum ist es inzwischen so leicht, unters Messer zu kommen? Indikationsgerechtes Veräußern von Krankenversicherungsleistungen ... Das passt zu der Invasivpsychiatrie, die ich kennengelernt habe. Wenn Geld und Leistung marktnäher verknüpft sind, muss schon ein sehr übersichtlicher Informationspool verfügbar sein, um sich vor Fehlentscheidungen schützen zu können. Schamlippenverkleinerung ... Verdammt. Ich weiß nicht, worüber ich mich mehr aufregen soll - über dieses irrwitzig operative Begleiten von Angstschiss oder über die kitzlernahe Beschneidung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass reduzierte Schamlippen keinen Einfluss auf die Erregbarkeit der Headschen Zone haben. Ich muss schon wieder an den Surfer denken, der nach Akustikusneurinom-OP und Gesichtsplastik jedes Mal zwinkerte, sobald er schluckte. Der Neurochirurg war ein Idiot. Bloß nicht so genau hingucken, hatte ich mir vorgenommen, um nicht zu explodieren. Gesurft ist er wie ein Gott. Ob er einen guten Anwalt hatte, um die OP-Folgen finanziell auszugleichen, weiß ich nicht. Wie ausweglos Beratungsgespräche mit Chirurgen sind, kann ich auch nur ahnen, ausgehend von den anästhesiologischen Aufklärungsbögen der 90er Jahre. Zum Glück ist das alles lange her. Ich freu mich auf das Praktikum bei auDDite. Etwas Schönes zu erleben tut gut. Irgendwann sind die Selbsthilfegruppen in Sachsen hoffentlich auch so interaktiv wie die Freier im Sachsenforum.

Mich würgt es immer noch wenn ich an den Idioten denke, der Tim einen Zahn gezogen hat, weil er die Vitalitätskontrolle nach Lokalanästhesie gemacht hat. Ich war nicht dabei. Verdammt, ich war nicht dabei. Bin schon wieder in Kalaschnikoff-Stimmung und kein bißchen sachlich. Irgendwo ein Mikro und dann open end labern, bis der Letzte eingeschlafen ist oder zu kotzen anfängt, ist es nicht. Ich hab noch keine Ahnung, was ich die einzelnen Bands frage. Vielleicht Biografisches. Ob das verbindet? Ich muss positiv denken, grübel. Ich will. Ich will positiv denken. Warum kenne ich noch keinen Dresdner Produzenten und Songwriter? Ich habe noch nicht mal einen Suchweg.

Fernweh

Ich liebe dich, geht mir immer öfter durch den Kopf.

Befristete Arbeitsverhältnisse nehmen zu, und das Modell der klassischen Erwerbsbiografie läuft aus, sagt Sabine Kanzler-Magrit. "Auch das Verhältnis jedes einzelnen Mitarbeiters zum eigenen Unternehmen verändert sich. Vermutlich hin zu mehr emotionaler Distanz, hin zu eher sachlich geprägtem Austausch von Leistung und Können gegen Geld und Prestige."

Morgen beginnt mein befristetes Arbeitsverhältnis bei auDDite. 70 Bands habe ich gemailt, vierzig Rückmeldungen und drei Interviewzusagen. Immerhin. Die Ausbeute war besser, als ich erwartet hatte. Sogar Franz hat zugesagt. Hab Guy Chambers gemailt: "Herzliche Gruesse aus Dresden." Ninas Praktikum im Juni soll ein Sozialpraktikum sein, was immer das bedeutet. Das Abi ist bald vorbei.

1., 2., 3.

Nina hat keine Lust, in dem Raumfahrtzentrum Praktikum zu machen. Ich soll sie machen lassen, sagen Franzens Eltern. Hab einen "Straßenbahn-Gegenüber" bei ihnen getroffen. Die reagierte auf mein WirHabenUnsJaSchonOftGesehen mit Oh,IchWerdeBeobachtet.DasMachtMirAberKeineAngst - sie hat mich offensichtlich nicht gesehen. Komisch. Die steht fast täglich in der selben Bahn. Aber das ist es wahrscheinlich: Sie steigt nach mir ein. Hab Lust XXX XXXXX zu schreiben. Seitenweise. Ihr Mann schreibt ein Musical. Und Franzens Schwester scheint mitzumachen. Warum gibt es nur so wenige Menschen, auf die ich rückhaltlos zugehen kann? Ich würde gern wieder selbstvergessen begleiten. Franz überhöht Guy Chambers so. Ob es tatsächlich so schwer ist, an ihn heran zu kommen? Sonnenbaden mit Anus praeter ... Der heizt sich bestimmt auf. Ob es da eine Extra-Stoffhülle zum Sonnen gibt? Geschichten ... Das ist alles so weit weg. Chambers werde ich ebensowenig aufgefallen sein wie der Frau in der Straßenbahn und XXX XXXXX. Ich glaube, dieses DuStalkstMich ist nur ein Synonym für DuInteressierstMichNicht. Klebrig macht es nicht. In der Altenberger 36, in der das nächste Sanitätshaus ist, ist eine Eventmanagement-Agentur. Nina hat am Wochenende jemanden im Seidel-Park slacken sehen.

Sunday, May 11, 2008

Vielleicht findet Tim in einem Jugendhaus einen Proberaum. Vielleicht hat Nina Lust, im Juni beim Raumfahrtzentrum Praktikum zu machen. Freitags kann ich nicht zum Volleyball: Da sendet auDDite. Snooker ist mir zu teuer. Außerdem ist mein Nacken dabei verspannt.

Saturday, May 10, 2008

Fernsehen oder Radio

Zwei Tage hintereinander Julia Roberts: Einmal mit Gere, einmal in Notting Hill.

Dresdner O-Ton hören, meinen Körper wahrnehmen oder moderieren ...

Bin bei Vox hängen geblieben, um Michael Fox zu sehen.
Probenräume gibt es im Industriegelände in der Nestler
Hallen. Die Räume werden direkt von der Containerfirma
Nestler vermietet (Herrn Bernike - 01723732390). Gemailt habe ich ihm gestern.
.

Schaumstoff im Kinderzimmer ist mir gruslig.

Vielleicht ist beim Schrotthändler auf Österreicher Str. 87 ein Proberaum (+49 0351 2571033) zu mieten. Oder auf dem Tatzberg am Friedhof oder in einer Gärtnerei oder in einer Baumschule oder in einem Park. Aber am besten ist es im Industriegelände.

Hab die Dresdner Stadtmusikanten gefragt, ob sie einen Proberaum haben. Fast jedes Jugendhaus in Dresden biete Proberaummöglichkeiten - einen Raum, den man dann für paar Stunden nutzen kann, sagt Martin von Turkanblau. Bei Cybersax hat Tim schon gepostet, beim Dresdner noch nicht.

Thursday, May 08, 2008

Der Ruf des Geldes wird in der Psychiatrie immer unüberhörbarer, jetzt auch beim Statistischen Handbuch.
Ich bin neugierig auf den französischen Autor Michel Houellebecq, sein Buch "Elementarteilchen" ist mit Moritz Bleibtreu verfilmt worden. Seine Mutter heißt Lucie Ceccaldi. Ihr Buch "Die Unschuldige" soll demnächst erscheinen.

Wednesday, May 07, 2008

Konzentration, Koordination und Gleichgewicht

An der Elbe ist eine Streuobstwiese, auf der sich gut kniehohe Leinen spannen lassen, um zu balancieren.

Hab Tim noch nie Einrad fahren sehen. Mit Skistöcken im Park müsste das gehen.

Anke Pokorny saß während der Premiere auf meinem Schoß.

Beachvolleyball

Freitags von 18 bis 20 Uhr kann ich einfach vorbeikommen und mal mitspielen, hat Heiko Schmidt am 20. April gemailt.

Monday, May 05, 2008

chrmpf schrieb am 10.1. 2001 um 00:28:04 Uhr über

Ich
suche dich. und will, dass du´s nicht merkst. doch wenn ich vor dir steh, bin ich enttäuscht. du hast nichts gemerkt. hast nicht gemerkt, dass da jemand ist, der dich sucht. ich. die ganze zeit hast du´s nicht gespürt. nicht dass ich dich gebraucht hab. dass ich mich gesehnt hab nach dir. und einen weg gesucht hab. einen, der grad an dir vorbei führt. nur einen von vielen, zu dir.

hab mich verliebt in ein Guten Tag.
Nach zwei Monaten wieder im Trainingszentrum, wieder die Rudloff mit ihrer Drohung, dass eventuell alles nichts wird, hören. Dabei kann sie im Moment nur damit drohen, dass das Arbeitsamt das Praktikum beim Hörfunk nicht fördert. Hab mit der Frage gekontert, wie verbindlich die unterweisungsfreie Zeit als Urlaubszeit sei, zumal sie auch außerhalb der "UZ" Urlaub nehme. Ich will Nina und Tim im Sommer so oft wie möglich sehen. Morgen hat Nina Französisch-Prüfung. Um Zehn mit Helene. Mutter hat die Talk-Show mit der Privat-Astronautin auch gesehen, den Film mit Jack Black auch.

Sunday, May 04, 2008

Karamell - bin grad dabei, mich an Rumrosinen zu gewöhnen.

Der Schillergarten war mehr als voll.

Ich sehne mich nach Nähe, so kalt meine Füße sind. Es ist schon eigenartig, die Stimme zwischen Tastatur und Monitor zu hören - ein Wildfremder ganz nah. Ein Wildfremder, der von dieser Nähe nichts ahnt. Was eine Stimme verändert.

TV-Programm

Hab gestern fast zwei Stunden fern gesehen, aber vergessen was. Ein Film war dabei, bei dem ich einen der Hauptdarsteller am Vortag in einer Talkshow gesehen hatte.

auDDite

Wenn ich die Stelle dort kriege, leiste ich mir ein Rundfunkkabel. Der Live Stream ist kryptisch.

Angst vor einem Korb

"Love it, change it or leave it", sagt Stefan Frädrich. "Suche beim Flirten nicht die, die dir gefallen, sondern die, denen du gefällst", darauf Johannes Scherer in Weck Up. Wem gefalle ich? XXX XXXXX? Ein bißchen? Heute nachmittag sendet er wieder. Das Wetter ist schön. Ich hab eine Einladung, will aber nicht weg, um ihn nicht zu verpassen. Es ist alles so aussichtslos. Wenn ich tatsächlich in Saarbrücken auftauche und er mich abblitzen lässt, falle ich in ein tiefes Loch. Ein bißchen erinnert mich das an die sechs G, die Astronauten in den Sitz pressen sollen. Die ganze Leichtigkeit ist weg, zerfressen von Scham. Love it. Girls in their Summer Clothes. Sehnsucht nach unerreichbar Nahem, das wärmt - mein ganz persönlicher Film. Ich schlürfe arabischen Kaffee, lade Mutter und Vater zur Premiere von "Don Gil" ein und verabrede mich mit Mutter zu "Floh im Ohr". Über die Premierenkarte für die Theaterruine habe ich mich sehr gefreut. Christine Pohl hat sie mir geschenkt. Jetzt klingelt das Telefon mit Rufnummerunterdrückung: "Für Sie wurde eine Nachricht auf www.nachbarschaftspost.com hinterlegt, holen Sie sie mit dem Code 607 ab!" Komisch. Die Webseite ist nicht kostenlos und ohne Emailadresse. Wie die auf mich gestoßen sind, weiß ich nicht. Der Anruf wurde automatisch generiert. Ein grusliges Unternehmen. 18.30 Uhr treffe ich Burkhard im Schillergarten. Es ist Biergartenwetter. Die Kamera streikt: Obwohl die Batterien noch voll sind, geht sie aus. Am Dienstag bringe ich sie zu Medi Max. Schade, grad wollte ich Christine Pohls Strauß fotografieren - Ringelblumen, getigerte Rosen und ein oranger Milchstern. Der SR1 berichtet von einer 83-jährigen Anästhesistin, die am Indik mit einer Petroleumlampe und einem CD-Player wohnt und sich über ihren Sohn beschwert, der angeblich jeden ihrer Briefe in den Müllschmiss, der keinen Scheck enthielt, und der in den 16 Jahren, die sie inzwischen nicht gesehen hat, Bestseller-Autor geworden sein soll. Eine nette Geschichte. Beide hatten den Kontakt abgebrochen. Vor 16 Jahren war sie 57 Jahre. Inzwischen schreibt sie auch. XXX XXXXX fehlt mir. Hab mir ihren Namen nicht gemerkt und deshalb Ilka Heil gemailt.

Saturday, May 03, 2008

Grad rief Martin an und fragte nach Tim. Bin Achterbahn gefahren, weil ich nicht wusste, wo er war.
Eythra lag bei Zwenkau. Hab im Saxonia-Verlag einen Text zum Trianon in Eythra bearbeitet. Jetzt ist Eythra unter Wasser.

200 000 Euro kosten 15 Minuten im All. Sechs Erdbeschleunigungen liegen da dazwischen.

Milka mit Karamel zu Kirschsaft.

Friday, May 02, 2008

Hypnose ist wie Massage

Du lässt nur Sichtbares zu. Es gibt nichts Achtsameres. Alles scheint unendlich viel Zeit zu haben.
Kopfschmerzen. Tim ist aufgewacht. Spinat und Lachs reizt ihn noch nicht. Hab nach Wohnungen, Shirts und Hosen geschaut und Pulmoll-Pastillen zerkaut. Nina fehlt mir oft. Hoffentlich bleibt sie in Indien gesund. Hab einen interessanten Blog entdeckt. Meine Regionalanästhesien sind jetzt elf Jahre her, eigentlich schade. Hypnotiseure schätze ich immer älter, fast alterslos alt. Es regnet. Die Kopfschmerzen sind weg. XXXXX sendet. Jetzt Haut zu spüren, wäre schön.

Thursday, May 01, 2008

Free Hugs

Wednesday, April 30, 2008

Medizin & Recht

Die Sächsische Ärzteversorgung macht das Zahlen einer Berufsunfähigkeitsrente bei Schizophrenie nicht nur vom Ruhen der Zulassung, sondern auch vom Einstellen medizinjournalistischer Tätigkeit abhängig und lehnt die Kostenübernahme für eine berufliche Rehabilitation ab. Gibt es eine bundesweit einheitliche berufsunfähigkeitsrentenrechtliche Definition des Arztbegriffes für ärztliche Versorgungswerke? Was sind ärztliche Tätigkeiten, die eine Berufsunfähigkeitsrente ausschließen? Unter welchen Umständen zählt eine journalistische Tätigkeit darunter?
Zwei Wochen Saxonia sind schon wieder vorbei. Schade. Gerlinde Besser und Christine Pohl gefallen mir sehr. Ich wäre gern länger bei ihnen, schon um bessere Fotos machen zu lernen. Aber vielleicht gehe ich dazu zu einer Fotoagentur. Daniel Mangatter ist so weit weg, in Klotzsche.

Tuesday, April 29, 2008

Bernd war da und hat die Satzung der Ärzteversorgung gelesen. Er denkt, ich kann medizinjournalistisch arbeiten oder promovieren, ohne die Rente zu riskieren, und sucht nach dem Arztbegriff. Nina ist weit weg, ich verstehe sie kaum. In Gegenwart Dritter ist es schwer. Ich mag Bernd. Meine linke Hand ist eingeschlafen. Nina und Tim fehlen mir jetzt grad und eine Schulter zum Anlehnen.

Monday, April 28, 2008

Nina kann nachdrücklich sagen, was sie verletzt. Das habe ich nie gelernt. Hab ihr vorgeworfen, theatralisch zu sein. Das tat mir im nachhinein weh. Ich liebe sie sehr. Das Stück war schlimm. Martin Witt hat fast neben mir gesessen. Ich möchte so gern licht träumen können. Von Wärme und Nähe. Statt dessen habe ich, sobald ich Nähe ertragen muss, Blähungen. Ich bin nicht gern im Theater, schon gar nicht in Einaktern mit Überlänge. Nina hat sich wieder mal mit mir geschämt. "Es riecht gut", hab ich Harald Schmid grad beim Stand der Dinge sagen hören. Verrückt, ich halluziniere wieder.

Individuation

In Österreich scheint Distanz Alltag zu sein.
Im August gehe ich ins Kino.

Sunday, April 27, 2008

Eine Zuckerwatteverkäuferin mit Propeller im Bauch spukt mir seit Stunden durchs Hirn. Die Nachricht war so nachhaltig wie das Redigieren der "Eckhaus"-Passage, in der eine Frau aus dem Bischofsweg 29 durch einen Blindgänger geköpft wird und ein Bügeleisen umklammert, als ob ihr das kopflos noch nützt. Gut, dass es noch andere Fließtexte gibt. Cshade, dass Figaro nicht von Dresden aus sendet, Halle ist so weit weg.

Vorhin war ich am Bischofsweg 29. Area 29 steht da außen dran. Gegenüber ist der Bunker. Der Apfelbaum im Garten, der beim Luftangriff in der Dachrinne gelandet war, ist inzwischen schief und krumm.

Nina will mit mir morgen in Antigone.

Saturday, April 26, 2008

Ein Garten wäre schön. Nachher schau ich mir eine Wohnun an der Schandauer/Ecke Bergmannstraße an.

Würde

Hab die Überschrift mit Dignitas verlinken wollen, hatte aber noch "im Pflegeheim" im Zwischenspeicher. Tim schläft. Gestern hatte er nasse Haare, die Heizung in der Schule war aus, aber er durfte keine Kapuze aufsetzen. Die Lehrer sind blöd. Lebenshilfe ist das keine. Nur weil er mal im Unterricht die Kopfhörer benutzt hatte, schikanieren die ihn. Die Lateinlehrerin ist übrigens weg, Tim weiß nicht, wohin. Ich kann nicht behaupten, dass ich sie vermisse. Hab Marcus Barsch jetzt über Google gesucht.

Demografie-Krimi

Der steile Aufstieg der Benzodiazepine hat jetzt ein neues Medium erreicht: den Film. Seine "friedensstiftende" Wirkung ist offensichtlicher als beim Sixpack, ausgetrocknet, wundgelegen, allein gelassen - im Pflegeheim. Eine helle Wohnung mit Garten wäre schön, träumen zu können überhaupt.

Friday, April 25, 2008

Pelzige Hand

Susanne Duerr hat mir die Dorn Breuss Methode empfohlen.

Hab bei auDDite angerufen und gefragt, ob es genügt, wenn ich die Bewerbungsunterlagen zum Vorstellungsgespräch am 8. Mai 15 Uhr mitbringe. Praktikumsbeginn wäre am 12. Mai - ein Vierteljahr.

Die Pohlandschule hat heute ihr 110-jähriges Bestehen gefeiert. Petra Weck war da. Sie ist jetzt im Materiallager und wohnt ganz in der Nähe.

"Andreas Trensch sucht sucht stets native Speaker. Professionelle Sprachaufnahmen im Studio sind für Sie nichts Neues!"

Hab mich zwar schon im Studio gehört, auch live, aber das war 1. eine Mail von mir, die XXX XXXXX zwei Minuten nach dem Erstellen auf SR1 verlas und 2. ein Anruf bei Dieter Exter von mir zu Hause, der sofort ausgestrahlt wurde. Den Anruf konnte ich über Webradio mitverfolgen. Ich klang so klar wie immer. Aber wie es im Studio selbst ist, ob ich da zu nuscheln anfange, weiß ich nicht. Ein Sprechtraining wäre schon gut, damit ich nicht mit a la Pooth gepresster Kopfstimme ins Mikro schmachte. Bis jetzt habe ich lediglich eine Opernsängerin zwecks Stimmtraining konsultiert, die aufs Channeln mit dem eigenen Fernweh schwört, um die eigene Hülle tarzanmäßig als Resonanzkörper auszulasten. Im Mai habe ich dann hoffentlich Erfahrung mit professionellen Sprachaufnahmen im Studio, aber leider keine Premium-Mitgliedschaft bei Xing mehr. Am 8. Mai ist Vorstellungsgespräch beim Radio. Mein zukünftiger Chef kommt auch aus dem Printbereich, habe ich eben erfahren. Erfahrung :-) Tausend Narkotisierte haben meine Stimme beim Einschlafen und Aufwachen ertragen müssen, aber das ist ja kein Qualitätsmaß, nicht mal das Miteinander bei den Regionalanästhesien, bei dem einen außer dem da Liegenden noch sämtliche anderen Akteure im Saal wahrnehmen konnten und mussten, ohne dass ich als Quotenhai auftreten durfte. Wenn das Mikro Ohrform hätte, wäre sicher vieles einfacher. So werde ich mir vielleicht ein Foto von meinen Kindern mit ins Studio nehmen und am Wochenende auf Streuobstwiesen kreischend hangeln, um topp zu sein. Will sagen: Machen Sie sich keine Sorgen, Herr Trensch, es wird schon.

Ich habe am 7. Mai kein Auto, heul.

Wednesday, April 23, 2008

Hoffentlich kann ich beim Radio arbeiten. Übernächste Woche ist Vorstellungsgespräch. Dement & stur, schmacht. Dann könnte ich bei beim Vietnamesen Frühstück und Aldi Mittagessen kaufen.

"Zuschuss zur Rehabilitation kann auf Antrag für besonders aufwendige medizinische Maßnahmen gewährt werden, wenn sie geeignet sind, die Berufsfähigkeit zu erhalten, wesentlich zu verbessern oder wiederherzustellen." § 36

Anja ist jetzt donnerstags im Coselpalais. Ich kenne den Saal noch nicht. Ob es neben der Frauenkirche mehr Männer als auf der Dornblüthstraße gibt?

Es gibt Tage, da komme ich an seinem Xing-Profil nicht vorbei, obwohl seine Kontakte nirgendwo zu sehen sind. Alles an ihm interessiert mich, jede Veränderung. Ich will ihn kennenlernen, je introvertierter er auftritt, um so mehr. Wenn Scham mit Neugier kompatibel wäre, müsste ich mich vor Scham verzehren.

Spätfrühling

Dixi, Klassik, BRN und Elbhangfest

Tuesday, April 22, 2008

Radio

Du liegst im Bett und hörst Nachrichten. Radio. Bist nackt, während eine herrlich männliche Stimme Verkehrsmeldungen raunzt. Alles hat überhaupt nicht dich zu meinen, so sehr dich die Stimme zu verwöhnen scheint. Erstens ist er verheiratet, zweitens bist du alt. Es ist nur der Voyeur in dir, der sich verstanden fühlt. Es ist Radio. Da sitzt einer in irgendeinem Raum an irgendeinem Mikro und macht seinen Job. Oder hattest du im Saal jemals das Gefühl, irgendsowas wie eine Beziehung aufzubauen, nur weil dein Gegenüber nackt war? Verrückt. Je schleimiger das Labern drüber, um so sachlicher die Gedankenfolgen, sobald du dich wieder in den Moment zurückversetzt. Klar ist es "individuell". Es ist ein Job. Es ist mindestens so individuell wie das GutenTag,SchönesWetterHeute in der Straßenbahn. Es ist gelebte Zeit.

Gestern habe ich fotografiert. Menschen in Bewegung. Wortlos. Ich bin gespannt, wie die Fotos geworden sind. Der Text entsteht nachher. Ich freu mich drauf. Es ist anders als im Saal. Das Miteinander scheint nachhaltiger zu sein und gleichberechtigter. Eine Stimme im Ohr ist da keine. Ich würde gern schneller schreiben können, wenn ich Gesprächsnotizen mache. Die Theaterruine wird saniert: Sie bekommt ein Dach. Noch nicht diesen Sommer. Ich muss aufstehen und Frühstück machen. Unter der Decke ist es so schön. Hab zwei quälende Mails "erledigt" und fühle mich frei. Bleibt nur noch die Artikelpassage über die Kunst der Auszeit für das BTZ. Auszeit. Früh am morgen die vertraute Stimme eines an sich Wildfremden unter der Decke zu hören statt aufzustehen und Texte für die Zeitung auf dem Klo zu schreiben. Klozeitungen. Wenn, dann wird sie sowieso nur auf dem Klo gelesen. Wo beginnt Nähe? Beim Aufstehen? Oder doch schon beim Dösen? Wahrscheinlich macht das den Reiz beim Bloggen mit Notebook aus: Du kannst nackt im Bett bloggen, wirst aber garantiert nicht auf dem Klo dösend gelesen. Das hat schon was Erhabenes. Fast wie Fernsehen. Ob man Ideen per Blog genauso ansparen kann wie Rente per Riester? So hohl, wie ich mich fühle, muss ich irgendwann mal viele Ideen gehabt haben. Hab "per" als "behr" geschrieben, muss wahrscheinlich das Risperdal erhöhen, faq. Was war das für ein Film? Dösen versus Risperdal. Je mehr ich nachdenke, um so sicherer habe ich mich verliebt. In alles und jeden, in einen Everybody, der grad seine vorgefertigten Texte verliest, während ich meinem Tag entgegenschmachte. Wenn es tatsächlich mein Tag wird. Noch zwanzig Minuten, ein Kaffee und ein Klogang bis zum Durchstarten. Warum ist da niemand zum Anlehnen? Niemand, der noch eine Urgent-Emergent-Message hat, bevor er/sie in die Schule stürzt? Die sind schon längst los, während ich noch döse. Risperdal.

Monday, April 21, 2008

12. Juli

Entweder bin ich mit Tim bei Fannie, auf Sizilien oder in Saarbrücken. Studiosus lehnt Tim ab, Saarbrücken auch. Wahrscheinlich sind wir bei Fannie, wenn sie nicht grad zu ihrer Ausstellung in London ist oder Tim mit Nina und Martin kitet.

Sunday, April 20, 2008

Hab endlich einen Sportguide für Sachsen gefunden.

Saturday, April 19, 2008

Ich will mit Tim morgen 17.30 Uhr Abgedreht in der Schauburg sehen, hab mich aber mit Bernd 16.30 Uhr im Gänsedieb verabredet. Tim will sich aber nicht festlegen, ob er geht. Früh die Glücksausstellung wäre schön.
Heute hat Vater mich geweckt. Ob ich mit nach Bad Schandau komme, wollte er wissen. Bin dann sofort ins Internet, um XXX XXXXX nicht zu verpassen, aber er sendete nicht. Stattdessen überrollte mich bei Lablue ein Fremder: Er wollte wissen, ob ich allein wohne. Hab gelogen: Ich wohne mit meinem Mann, habe ich behauptet und mich sofort zurückgezogen. Das war das erste Mal, dass ich Angst hatte.

Friday, April 18, 2008

Meine Eltern schenken mir und Tim den Sommerurlaub. Ich würde gern nach Sizilien fahren. In Ägypten ist es im August zu heiß.

Thursday, April 17, 2008

Morgen bekommt mein Geschirrspülautomat einen neuen Stecker und eine neue Steckdose. Übermorgen will ich für Nina backen. Möhrenkuchen. Agavendicksaft fehlt mir noch.

Monday, April 14, 2008

Bernhard hat angerufen. Er ist jetzt umgezogen. Seine neue Hausnummer sagt er nicht. Er habe eine Belagerung in der alten Wohnung hinter sich. Sie sei wahrscheinlich verliebt gewesen.

Die Massage heute tat gut. Direkt nach mir behandelt sie Martin.

Saturday, April 12, 2008

Tim ist sauer. Gestern hat er gegen Mitte gespielt. Ich habe das Spiel leider nicht gesehen. Vier zu Sechs sei kein gutes Ergebnis, sagt Tim.

Nina will Vegetarier werden, scheint es. Mit gegrillten Zucchini zu Schweinesteak und Reis lässt sie sich nicht locken.

Tim würde ich gern das Solebad in Bad Schandau zeigen - Nina muss ja fürs Abi lernen - er hat keine Lust mitzukommen.
So schön der Malerweg ist, er hat keine Schleifen, dass man zum Auto zürückkommt, ohne den gleichen Weg zu gehen. Vielleicht ist Mutter ihn schon gegangen. Vielleicht probiere ich den Caspar-David-Friedrich-Weg mal aus. Zu klettern traue ich mich mit der tauben Hand noch nicht.

Vater reinigt grad die Dachrinnen vom Dachfenster aus, allein. Ich sei ja nicht da, sagt er.

Ich will neues Besteck mit Mutter kaufen, nachdem das IKEA-Plexiglas-Besteck aus dem Leim geht. Aber eins, das nicht rostet.

Thursday, April 10, 2008

Nina Heck war auf meiner Xing-Seite. Ich hatte sie bei "Wer kennt wen?" angesprochen. Morgen koche ich vegetarisch. Brokkoli, Möhren und Pilze mit Ingwer, Honig, Knoblauch und Nüssen. Zwiebeln sind viele dran. Nina und Tim kommen. Nina hat mir die Arbeit für morgen fast abgenommen: Sie hat mir mehrere Neustädter Kneipen genannt, in der Lesungen denkbar sind. Ich brauch nur die Erreichbarkeiten und die Webseiten raussuchen.

Wednesday, April 09, 2008

Nina will in Bremen Politikmanagement und danach Internationale Beziehungen an der FU studieren.

Sunday, April 06, 2008

Garcia war heute so still. Das tat ein bißchen weh. Nicht so weh wie Tims Schweigen, aber ich hab es gespürt. Dienst nach Vorschrift war das. Lam hat versprochen, mit mir am Samstag eine Wohnung anzusehen. Sie hat mich bis zur Bahn gebracht. Ich hab sie sehr gern. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich sie ständig umarmen. Grad wenn sie wieder Nackenschmerzen hat. Ihr Sohn heißt David und bewegt sich wie Tim. Brennnessel- und Brombeertee hilft gegen Pickel, sagt Lam. Ob das zu spät ist, um bei Tim anzurufen? Ogott, da geht keiner ran. Hab ich es zu lange klingeln lassen? Nina ruft zurück. Sie hat bis jetzt gebacken, weil Martin morgen Geburtstag hat. Nina hat Mathe-Klausur. Sie hat mir versprochen, Brombeertee auf den Einkaufszettel zu schreiben. Mir ist einsam.

Unsere Erde

Dieter sagt, es seien wundervolle Aufnahmen. Zeitraffer-Schwenks über Landschaften, bei denen sich das Laub der Bäume verfärbte, und nachts in einer Elefantenherde, die von Löwen umlauert und attackiert wird.

Saturday, April 05, 2008

Tim sagt, ich mache Druck, wenn ich ihn beim Arizona-Vortrag begleiten will.

Hab für Latein die Lernkartei rausgesucht, mit der ich gepaukt hatte.

Mein Wunschjob

Einstieg favorisiert Elfriede Gerdenits.
Mel hat mich zum Lesen ihres Blogs eingeladen. Als ich ihn abonnieren wollte, stand da, der Nutzer habe mich geblockt. Unter ihren Freunden war einer, dessen Foto mir vertraut ist. Das gab einen Stich. Es ist dieses ewige KommKommGeh. Alles ist schon wieder so beliebig wie der Schauer, der mich überläuft, sobald ich diese Musik höre. Nina und Tim sind vielleicht schon aufgewacht. Hab Lust, die beiden anzurufen. Nein. Keiner geht ran. Offensichtlich schlafen sie noch. Das Maximum an Nähe bleibt diese Musik, die Tim so mag und die mir auch mehr und mehr gefällt. Hab seine Cd einen Monat lang hintereinander weg gehört. 59-mal, sagt das Display. Ich liebe Nina und Tim, ohne es ihnen zeigen zu können, und flüchte mich in meinen Blog, um mich ausheulen zu können. Auszuheulen über jeden, der ihnen näher ist als ich, auszuheulen über den Chat, in den Tim versinkt, sobald er zuhause ist, auszuheulen über diese ewige Distanz zwischen ihm und mir, auszuheulen über die Leere, die ich empfinde, sobald ein Fremder in mein Leben tritt. Und fremd ist mir fast alles. Martina sagt, ich soll Mike Caspers fragen, wer am 12. Juli Dienst hat, um riskante Konfrontationen zu vermeiden. Nachdem Mel mich heute geblockt hat, weiß ich nicht, ob ich überhaupt nach Saarbrücken fahren sollte oder ob ich mir lieber ein Dresdner Studio anschaue, um die gleichen Informationen zu erhalten. Ich habe schon wieder Angst um Nina. Am liebsten würde ich jeden Einzelnen ihrer Atemzüge beobachten und dazu ihren Herzschlag hören.

Friday, April 04, 2008

Die ww production GmbH produziert für VOX "Auf und davon - mein Auslandstagebuch". Nina will dafür kein Protagonist sein.

Thursday, April 03, 2008

Hab Seine Einzigartigkeit entdeckt - den Mann, zu dessen Singsang ich am sichersten eingeschlafen bin: Witzmann drückt sich jetzt an der TU rum.
Kollege Rosch spielt Summer moved on von AHa. Bei MyFlirt habe ich einen netten 58-Jährigen getroffen.

Wednesday, April 02, 2008

Die Rückenmassage tut gut. Danach übe ich mit dem Theraband.

Tuesday, April 01, 2008

Was das Tolle an den SR1-Monitoren ist? Eine Zeitlang
hatte ich das Gefühl, das, was bei mir auf dem Monitor
zu sehen ist, sei auch auf dem Internetmonitor im
Studio zu sehen. Wenn zwei die gleiche Seite sehen,
passiert in den seltensten Fällen Erwartetes. Trotzdem
baute sich für mich scheinbar so etwas wie
Kommunikation auf. Um die auf ihren realen Gehalt zu
hinterfragen, will ich die Monitore sehen.

Vor ein paar Jahren fand ich den Blick von Hendrik Hey
(RTL2) so bezwingend, dass ich sehen wollte, was er bei
den Studioaufnahmen sieht. In einem Praktikum vor Ort
lernte ich dann das Studio und Hendrik Hey kennen. Bis
dahin hatte ich oft den Eindruck, er schaut aus meinem
Fernseher in den Raum. Wie bei einem Foto, auf dem der Porträtierte direkt in die Kamera sieht.

So viel zur Diskrepanz zwischen Wahrgenommenem
und machbarer Recherche.

Geschlossene

Wer bockt, bleibt, war der Slogan. Damit das alles seine Ordnung hatte, kam ein Richter vorbei, grinste dich an und bestätigte die Entscheidung: Wer bockt, bleibt.

eigentlich schade, dass du tot bist

Und ich war dir am Telefon nah wie nie im »realen« Leben. Hab dich atmen gehört und mich ins Auto gesetzt, um dich noch einmal zu sehen. Irgendetwas Dramatisches musste passiert sein. Das war kein Atmen mehr, nur noch ein Röcheln. Kaum war ich bei dir, schien alles endlos viel Zeit zu haben. Die Lethargie der Anderen holte mich ein. Und dann sah ich die Totmacherin. Buchtelsuppe war ihre Mordwaffe. Die schüttete sie dir direkt in die Luftröhre. Lungenmetastasen behauptete der Chefarzt dann im Röntgenbild zu sehen. Ich hab mich sofort in der Geschlossenen gesehen und hatte keinen Mut einzugreifen. Telefon verbindet, grad bei Alzheimer. Diese verdammte Wortlosigkeit, die jede Berührung zum Krieg werden lässt. Hab mich wie ein Beerdigungstourist gefühlt, der ein paar Stunden zu früh dran war.
Lam hat bei mir graue Haare entdeckt. Am Hinterkopf. Mir ist einsam. Immerhin ein Echo.